Kommentar

Frau Brändlin, nehmen Sie Auszeit

Andreas Hirsbrunner
Um die Glaubwürdigkeit von Sabine Brändlin steht es nicht gut.

Um die Glaubwürdigkeit von Sabine Brändlin steht es nicht gut.

Pfarrerin Sabine Brändlin aus Liestal überragt im Parlament der Baselbieter Reformierten das Durchschnittsmitglied in Sachen Intellekt, Rhetorik und Ausstrahlung um Welten. Entsprechend gut tun der Synode Leute ihres Formats.

Doch Institutionen, ob kirchliche oder weltliche, profitieren von solchen Ausnahmetalenten nur, wenn sie auch über Glaubwürdigkeit verfügen. Und um diese ist es nach den Vorgängen im Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz bei Brändlin nicht mehr gut bestellt.

Nicht ihr Verhältnis mit Ex-Ratspräsident Gottfried Locher, auf das jetzt Moralapostel zeigen, ist Grund dafür, sondern ihr – und Lochers – Gebaren darum herum: Dass sie das Kollegialitätsprinzip mehr als ritzten, indem sie den andern fünf Ratsmitgliedern ihre Beziehung verheimlichten.

Und dass Brändlin nach dem Aus der Beziehung gegen ihren einstigen Liebhaber ermittelte, statt wegen Befangenheit in den Ausstand zu treten. Deshalb erwiese sie der Synode einen guten Dienst, wenn sie jetzt eine kirchenpolitische Pause einlegen und auf ihre erneute Kandidatur verzichten würde.

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