Sieben Zentimeter. So breit – oder viel eher schmal – durften die Bikini-Höschen bei Beachvolleyballerinnen früher höchstens sein. Ein Versuch, um die sonst weniger populäre Sportart beliebter zu machen. Natürlich vor allem beim männlichen Geschlecht. Heute ist dies nicht mehr so. Vor vier Jahren wurde die Regel abgeschafft, die Damen dürfen mittlerweile zu Hosen greifen, die drei Zentimeter über dem Knie enden.

Aber wirklich oft kommt dies nicht vor. Dies jedenfalls fällt auf, wenn man ab und an auf den Fernseher blickt, der auf der Redaktion während der Olympischen Spiele den ganzen Tag über läuft. Mir wäre nicht aufgefallen, was die Damen da tragen. Ich schaue ja schliesslich auch so oft wie möglich Fussball, ohne dass die Herren Ronaldo, Ramos oder Torres oben ohne spielen. Ich schaue den Sport um des Sports willen. Und das bedeutet an Olympischen Spielen, dass einfach alles geschaut wird, was das Programm gerade hergibt. Wahrgenommen habe ich die Bekleidung der Beachvolleyballerinnen nur, weil meine Mitarbeiter auffällig intensiv die Beachvolleyball-Partien des gestrigen Tages verfolgten.

Trotz deren Begeisterung wurde zwar immer wieder festgehalten, dass es Sexismus sei, dass die Damen nur aus Profit-Gründen zu diesen Outfits gezwungen werden. Doch offenbar stört es die Damen selber nicht, tragen sie ihre knappen Outfits ja seit vier Jahren freiwillig. Auch sie wissen um den Effekt. Und es ist verständlich. Denn auch sie wollen logischerweise Aufmerksamkeit für ihre Höchstleistungen bekommen. Und bekommen die nun auch. Aber offenbar ist das, tragischerweise, nur so möglich.