Der Baselbieter Bildungsrat bleibt. Dieser Volksentscheid bedeutet machtpolitisch eine Niederlage der sogenannten «Starken Schule Baselland» sowie insbesondere auch der FDP und der SVP. Sachpolitisch ist damit noch kaum etwas gewonnen. Die Baselbieter Politik steckt wie zum Teil bei anderen Sachfragen seit Jahren auch bei der Bildung in einem substanz- und perspektivenlosen Links-Rechts-Patt fest.

Für einen dritten Weg empfehle ich das «ABC einer Bildung für die Zukunft». Im Rahmen meines Netzwerks «Bildung & Raum» bin ich damit schweiz- und europaweit bei Schulen, Gemeinden und Städten unterwegs, die daran sind, eine Bildungsorganisation zu entwickeln, die dem 21. Jahrhundert entspricht. Vielleicht lässt sich damit auch in meinem Wohnkanton etwas bewegen?

Hier die Thesen in Kürze. A) Die Volksschule ist und bleibt für die Schülerinnen und Schüler für den Erwerb von Grundkompetenzen und für die Gemeinschaftsbildung ein wichtiger Lern- und Lebensort. Er entwickelt sich zur Tagesschule.

B) Lernreicher Unterricht wird nicht mehr vor allem mit Rennbahnpädagogik in Jahrgangsklassen organisiert: Wo konkurrenzorientiert für gute Noten gelernt wird und möglichst keine Fehler gemacht werden dürfen. In einer Schule für die Zukunft verbringen Lernende ihre Zeit immer weniger passiv mit Zuhören. Wissen lässt sich selbstverantwortet auch im Internet finden.

Wichtig für den Wissenserwerb und einen nachhaltigen Lerngewinn ist das Tun. Angesagt ist deshalb qualifiziert angeleitete und qualifizierend wirksame Projektarbeit. Sie findet vornehmlich fächerübergreifend und interessenorientiert im Rahmen von relevanten Inhalten und Themen statt. Gesellschaft und Wirtschaft brauchen eigenständige, kritische und kreative Lösungsfinderinnen und -finder: teamfähige Menschen, die erfahrungs- und ergebnisreich kooperieren können.

C) Die Bildungsaufgaben, die sich in der aktuellen Gesellschaft stellen, können Schulen nicht allein bewerkstelligen. Es braucht dafür Netzwerke für professionelle und verlässliche Kooperationen mit möglichst allen Akteurinnen und Akteuren, die sich in der Gemeinde oder im Quartier für die Entwicklung von Menschen engagieren. Ausserschulisch und schulisch gibt es eine Vielfalt von Know-how, das es gemeinsam und partnerschaftlich organisiert mit bestmöglicher Wirkung zu nutzen gilt.

Eine solche Öffnung und Weiterentwicklung der Bildungsorganisation ist mit einer reichhaltigen Erweiterung der Palette von Bildungsangeboten verbunden. Durch die Vernetzung lässt sich zudem auch noch das Potenzial der Infrastruktur- und Raumressourcen besser ausschöpfen, die vor Ort bestehen. Und das alles für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne unbezahlbare zusätzliche Investitionen.