Jüngere Generationen sollen sich vermehrt mit älteren und alten Mitmenschen austauschen. Dies fördert das gegenseitige Verständnis für Lebensanschauungen, Meinungen und Probleme. Regelmässig besuche ich ältere Leute – Verwandte und Bekannte – und unterhalte mich mit ihnen über Gott und die Welt. So was schätzen sie sehr, denn sich Zeit nehmen ist für sie ein grosses Geschenk.

Viele Ältere und Alte blühen in Gesprächen richtiggehend auf. Bloss auf die Frage «Wie gehts?» können sie zu einem längeren Monolog ausholen. Übers Wetter, über die jetzigen Lebensgewohnheiten, die heutige Jugend oder das Weltgeschehen lassen sie ihren Ansichten freien Lauf. Eine Stunde ist schnell vorbei, und noch immer ist ihr Mitteilungsbedürfnis nicht gestillt.

Mehrmals im Jahr suche ich ein Alters- und Pflegeheim nahe meines Wohnorts auf. Dort leben Leute, die ich seit Kindheitstagen kenne. Sie freuen sich jeweils über meine Visite und den Schwatz. Häufig ziehen wir Vergleiche zwischen einst und heute. «Früher war nicht alles besser, jetzt ist nicht alles schlechter, aber ganz anders», höre ich jedes Mal. Solche Begegnungen finde ich spannend, sie sind bereichernd.

Schmunzeln muss ich immer, wenn ich im Altersheim die Haupttüre passiere. Dort befindet sich im Innenbereich eine lange Sitzbank, die mit Pensionären stets gut belegt ist. Diese reihen sich so dicht aneinander wie die FCB-Fans in der Muttenzerkurve; die Bewohner auf den äussersten Plätzen drohen zu Boden zu fallen. Hier gibts zwar kein Fussballspiel, dafür Besucherinnen und Besucher, die vorbeischauen. Und da will man doch wirklich nichts, aber auch gar nichts verpassen.