Die Gefahr war durchaus da: Marktschreierische, plakative Kampagnen mit einer simplen Botschaft verfangen bei Abstimmungen immer wieder. Gerade bei hochkomplexen Vorlagen wie der Totalrevision des Finanzhaushaltsgesetzes als Gegenvorschlag zu einer Verfassungsinitiative hätte es sich das Baselbieter Stimmvolk auch leicht machen können nach dem Motto: Versteh ich es nicht wirklich, lehn’ ich es lieber ab.

Doch die Drohung mit dem Rasenmäher verfing nicht. Die SP scheiterte. Die Stimmenden machten sich die Mühe und beschäftigten sich mit der schwierigen Materie. Das Resultat stimmt zuversichtlich für die Zukunft dieses Kantons. Baselland ist nun besser bereit für schlechte Zeiten – aber auch für gute. Denn das Finanzhaushaltsgesetz bringt weit mehr als bloss einige Sparmechanismen. Es war höchste Zeit, dass die Entwicklung der Staatsfinanzen endlich längerfristig betrachtet und kontrolliert wird. So kann man nicht nur früher eingreifen, wenn es schief läuft, sondern auch weitsichtiger planen und investieren, sobald es wieder Spielraum gibt.

Der Rasenmäher, sofern man proportionale Kürzungen überhaupt so nennen kann, ist bloss als allerletzte Massnahme gedacht, wenn zig andere Versuche in Verwaltung, Regierung und Parlament scheitern. Gerade der Landrat hat es selbst in der Hand, darauf zu achten, dass alle Direktionen handlungsfähig bleiben und dass nicht blind gekürzt wird. Der Rasenmäher funktionierte in der Abstimmung als Drohkulisse nicht, doch in Zukunft wird er genau das für den Landrat sein. Ohne ihn bestünde die Gefahr, dass wie so oft vieles von der Politik verschleppt wird.

Etwas sind die Sparmechanismen mit Garantie nicht: ein Freipass für blinde Ausgabenkürzungen. Die SP hat recht, wenn sie warnt, wieder zur Stelle zu sein, sobald konkrete Sparmassnahmen auf dem Tisch liegen. Dann stehen die Chancen für die Sozialdemokraten weit besser, sollte der Vorschlag nicht voll überzeugen. Zu allererst muss aber der erfreulich positive Vierjahresplan von Anton Lauber die Feuertaufe bestehen. Tut er das, redet so bald niemand mehr vom Rasenmäher.