Kommentar zu BVB-Affäre

Hans-Peter Wessels muss jetzt liefern statt lachen

Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels.

Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels.

Der Tonfall, den die Basler GPK in ihrem neusten Bericht anschlägt, ist ungewohnt scharf. Vom Versagen ist die Rede, von Kompetenzüberschreitungen und Ignoranz. Die harten Worte sind nicht ohne Grund so gewählt.

Nur gerade mal drei Jahre nach dem letzten Bericht der Kommission, welcher bereits mit mehr als deutlichen Worten die Missstände bei den BVB thematisierte und den zuständigen Regierungsrat Hans-Peter Wessels in die Pflicht nahm, musste sich die Kommission schon wieder mit dem öV-Unternehmen auseinandersetzen. Und hat dabei mehr als einmal ein Déjà-vu erlebt.

Drei Verantwortungsträger waren bei beiden BVB-Skandalen dabei: Wessels, BVB-Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal und sein Vize Paul Rüst. Letztere haben gestern die Konsequenzen gezogen und per sofort abgedankt.

Doch es wird auch für den Bau- und Verkehrsdirektor eng. Zu Recht stellt sich die Frage, ob Wessels vergangenen Herbst die Wiederwahl geschafft hätte, wenn die Missstände bei den BVB ein paar Monate früher aufgedeckt worden wären.

Im Vergleich dazu erscheint die Dienstwagenaffäre schon fast als amüsante Anekdote. Wessels tut gut daran, die Mahnungen der GPK deutlich ernster zu nehmen als das letzte Mal. Seine durchaus sympathische Art, Problemen aller Art zuerst einmal mit einem schallenden Lachen zu begegnen, wird nicht genügen.

Mit zwei Massnahmen kann Wessels bereits an seiner heutigen Pressekonferenz zeigen, dass er die Botschaft verstanden hat: In Sachen BVB-Sparprogramm braucht es ein klares Machtwort zugunsten der Angestellten. Und für die umstrittene BVB-Million muss Wessels endlich Verantwortung übernehmen, statt diese abzuschieben.

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