Der Entscheid ist bedauerlich – aber auch unvermeidlich und überfällig. Das Jubiläum des Kongresses feierlich zu begehen, ist ein verständliches Anliegen. Was 1897 im Stadtcasino geschah, ist eines der wenigen Ereignisse von welthistorischer Bedeutung, die in Basel stattfanden.

Doch die Vorgehensweise der Feierwilligen war ungeschickt. Zu lange wurden die Verantwortlichen im Ungewissen gelassen. Und das bei einem Ereignis, das die Leistungsfähigkeit des Sicherheitsapparates auf die Probe stellen würde. Die Sicherheit eines solchen Anlasses, an dem auch der israelische Premierminister hätte teilnehmen wollen, muss minutiös geplant werden. Und das braucht vor allem eines: Zeit. Die Schweiz hat, anders als etwa Israel, keine grossen nationalen Polizeikräfte, die auf Abruf zur Verfügung stehen. Unsere Polizeien sind auf die Grundversorgung in ihren Kantonen ausgerichtet. Da kann man nicht einfach auf Hunderte Polizisten verzichten. Sicherheitskräfte, Hotels und Verkehrsbetriebe: Sie alle konnten nicht beliebig lange im luftleeren Raum planen. Es gibt Lieferfristen für Material, Einsprachefristen für Absperr- und Überwachungsmassnahmen sowie Bewilligungsfristen.

Basel hat erkannt, dass es nicht in der Lage ist, innert dreier Monate eine solche Veranstaltung zu planen und dabei die Sicherheit zu gewährleisten. Das zeugt von vernünftiger Selbsteinschätzung.