Die Pläne für das neue Stadion des südbadischen Bundesligisten SC Freiburg werden konkret. Vor kurzem wurde das Modell der Öffentlichkeit vorgestellt. Es hat «eine rechteckige Grundform, ein rechtwinkliges Dach und markante diagonale Zugstützen» schrieb die «Badische Zeitung». SC-Präsident Fritz Keller freute sich in der Medienmitteilung: «Das neue SC-Stadion wird einzigartig und unverwechselbar.» Es werde «höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Architektur gerecht. Was mich an dem Entwurf besonders überzeugt, ist die Tatsache, dass es sich um ein richtiges Fussballstadion×÷× handelt, bei dem man schon aus der Ferne sieht, wofür es steht.»

 Mit 34 700 Plätzen, wovon gut 12 000 Stehplätze sind, ist das neue Stadion um 10 000 Plätze grösser als das alte Schwarzwaldstadion. Es kostet voraussichtlich um die 76 Millionen Euro. Spielen wird der SC dort frühestens zur Winterpause 2019/20 können oder zum Saisonstart 2020/21. Freuen dürfte der neue Komfort auch die 1100 Dauerkartenbesitzer aus der Schweiz und vor allem diejenigen, die auf der langen Warteliste für eine Dauerkarte stehen. Mit dem grösseren Stadion steigen generell die Chancen, an Tickets zu kommen.

Es wird auch die finanzielle Situation des Clubs verbessern, der derzeit mit Abstand das kleinste Stadion der ganzen Bundesliga besitzt. Ist nur zu hoffen, dass der SC sich bis zum Bezug der neuen Spielstätte in der 1. Bundesliga halten kann. «Für den SC Freiburg ist der Klassenerhalt seine deutsche Meisterschaft», brachte es der renommierte Fussballkommentator Marcel Reif in einer Beilage der «Badischen Zeitung» zur neuen Saison auf den Punkt. Diese wird schwierig. Mit Darmstadt und Ingolstadt sind zwei kleinere Clubs abgestiegen. Die beiden Aufsteiger, die Traditionsvereine VfB Stuttgart und Hannover 96, verfügen im Vergleich zu Freiburg über riesige Stadien.

 Zumindest auf dem Papier sind wohl lediglich Augsburg und Mainz neben Freiburg als Abstiegskandidaten zu bezeichnen. In die Saison ist der SC mit einem Unentschieden und einer hohen Niederlage mittelmässig gestartet. Sorgen machen mir auch die nächsten Spiele. Am Samstag geht es daheim gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund und danach nach Leverkusen. Sollte der SC, was nicht auszuschliessen ist, nach dem 4. Spieltag mit nur einem Punkt am Tabellenende hängen, ist die negative Dynamik wieder lanciert und der Abstiegskampf beginnt. Ich hoffe, ich bin zu pessimistisch. Auf jeden Fall soll sich das neue Stadion und die dadurch entstandene finanzielle Belastung auch in der 2. Bundesliga rechnen.

 Auf der anderen Rheinseite hat sich Racing Strasbourg zum Ziel gesetzt, sich nach dem Aufstieg in die Ligue 1 dort auch zu halten. Die bisherige Bilanz sieht durchmischt aus. Einer hohen Niederlage in Lyon folgte ein hoher Sieg zu Hause gegen Lille. Nach einem Unentschieden in Montpellier musste Racing in Guingamp wieder eine Niederlage einstecken – dreimal hämmerten die Strassburger das Leder gegen Pfosten oder Latte. Das hätte auch anders ausgehen können. Im nächsten Spiel zu Hause gegen Mitaufsteiger Amiens könnte der derzeitige Tabellen 14. sich wieder etwas Luft verschaffen. Die Chancen stehen gut, denn in der heimischen Meinau ist Racing, getragen vom eigenen Publikum, eine Macht.

Eines haben der SC und Racing gemeinsam. Im Vergleich zu vielen anderen Clubs gehören sie mit ihren Etats zu den finanzschwächsten ihrer jeweiligen Liga. Um so mehr drücke ich beiden die Daumen, dass sie den Klassenerhalt schaffen.