Einen Coup hat Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber gelandet und das Eidgenössische Schwingfest 2022 vom hasenschwangeren Aesch nach Pratteln an die symbolträchtige Hülftenschanze disloziert, wo sich Fuchs und Hase schon längst nicht mehr gute Nacht sagen. Zwischen Bahnlinie, Autobahnausfahrt, Industriebauten und Kreiseln wird es auf den grünen Restparzellen einen hochkonzentrierten nationalen Hoselupf geben.

Die Patrouille Suisse wird sich bemühen, die Hochspannungsleitungen nicht zu touchieren. Sollte es doch passieren, wird die Seilkamera zumindest nicht in den harten St. Moritzer Schnee, sondern ins weiche Sägemehl fallen.

Das Fest ist eine Jahrhundertchance für die gebeutelte Baselbieter Regierung. Sabine Pegoraro kann mit einer Sonderbahnhaltestelle punkten, das Busnetz auf Hochglanz trimmen und die erwartete Blechlawine sicher in ausrangierte Brachen leiten.

Thomas Weber wird nach der an Basel vorbei geplanten Notfall-Station im Liestaler Hauptbahnhof auf Höhe des Hülftendenkmals klammheimlich eine weitere Notfallstelle für angeschlagene Böse und dehydrierte Fans errichten. Und im Sinne der Nachhaltigkeit liesse sich der Schwingercampus nach geschlagener Schlacht elegant in den heiss ersehnten Baselbieter Uni-Standort ummodeln.

Sinnvoll wäre ein regionales Test-Politschwingen vor dem Fest, an dem es die finanziellen Schwergewichte beider Basel wohl problemlos in den Schlussgang schaffen würden, wo Eva Herzog den verdutzten Anton Lauber schon nach wenigen Sekunden mit einem Wyberhogge auf den Rücken drücken dürfte.

Warum auch nicht den viel gescholtenen Universitätsrat im Ring bestimmen? Die besten elf Unikranzschwinger würden im Rat Einzug halten, der Sieger wäre Präsident, getreu dem Motto: «Im Ring geht es am ringsten».