Mein Leben im Dreiland

Hungerast am Euro-Airport

Bei Paul auf der französischen Seite der Abflugebene gibt es frische Sandwiches.

Bei Paul auf der französischen Seite der Abflugebene gibt es frische Sandwiches.

Das kulinarische Angebot am Gate Süd lässt zu wünschen übrig. Besser und frischer, wenn auch nicht unbedingt günstig, sind die Sandwiches auf der Abflugebene. Es lohnt sich, sich hier einzudecken und sie mit durch die Sicherheitskontrolle zu nehmen.

Nach wenigen Bissen landete das Salami-Sandwich im Abfall. Am fehlenden Hunger hat es nicht gelegen. Das «Pavé Rosette cornichons», in der Plastikverpackung für 5,80 Franken bei Monop Daily am Gate Süd erstanden, war schlicht ungeniessbar. Vielleicht lag es an den vielen Konservierungsstoffen, aber frisch ist etwas anderes. Es war am Donnerstag vor dem Easyjet-Flug nach Olbia auf Sardinien und das Sandwich wäre nach Aufdruck sogar noch bis Sonntag zu konsumieren gewesen. Mit Hunger stieg ich ins Flugzeug.

Vor gut drei Jahren hat der Euro-Airport (EAP) ein neues kulinarisches Konzept eingeweiht. Es gibt gegenüber früher viel Abwechslung – nicht immer ganz billig, aber in guter Qualität. Monop Daily muss durch die Maschen gerutscht sein. Nein, das Angebot am Gate Süd reisst einen nicht vom Hocker.

Frische Sandwiches gibt es auf der Abflugebene bei Weckmann auf der Schweizer Seite und bei Paul auf der französischen Seite. Ein Tomaten-Mozzarella-Sandwich hat dort 5,30 Euro gekostet, bei Weckmann ist man mit 7,20 bis 7,50 Franken dabei. Will man Qualität und vor allem Frische, lohnt es sich, sich hier einzudecken und die Speisen mit durch die Sicherheitskontrolle zu nehmen. Verboten ist das nicht.

Bei den Getränken schon, aber auch hier gibt es einen kleinen Trick. Im Automaten auf dem Weg zum Gate wird das identische Mineralwasser erheblich günstiger angeboten als an den Verpflegungsständen an oder vor den Gates.

Bei der Rückkehr folgt das übliche Theater mit den Warteschlangen vor dem Zoll. Zumindest wirbt der Flughafen seit Sommer mit kleinen Plakaten um Verständnis und verweist darauf, dass die Wartezeiten auf die härteren Sicherheitsbestimmungen zurückzuführen sind. Immerhin fühlt man sich so ernst genommen. Das Warten ermöglicht es, in Ruhe das Basler Willkommenplakat von Roche zu studieren. Darauf schraubt sich das zweite geplante Hochhaus noch als Doppelhelix in die Höhe.

Nach der Kontrolle entlässt mich der EAP besänftigt. Mit Begeisterung stelle ich fest, dass auf der französischen Seite das ganze Zeitungs- und Zeitschriftenangebot der Grande Nation zu französischen Preisen zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu den Sandwiches ist das mehr als fair.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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