Tout Bâle verabschiedet sich vergangene Woche von Borsalino di Milano. Und von Svanette’s di Basilea.

Während die italienische Hut-Hochburg von Giuseppe Borsalino nach 160 Jahren pleite ging, weil Filmschauspieler heute keine Filztschäpper mehr aufsetzen, musste der Hut-Palast von Martin Peters nach über 20 Jahren Weihnachtsmarkt schliessen, weil die Chapeau-Liebhaber den Stand in der Stadtcasino-Baustelle nicht mehr gefunden haben.

Angesichts dessen Nähe zur Barfüsserkirche fragen sich nun Experten, ob das Svanette’sche Hutsammelsurium nicht dem Historischen Museum angegliedert werden könnte. Nachdem die endlich ausgebrütete Museumsstrategie dessen Direktor mehr Geld verspricht, mit dem er erst noch vier Jahre lang machen kann, was er will, dürfte einer solchen Rettung des Schappedeggel-Lokalkulturerbes nichts im Wege stehen.

Und nachdem besagter Strategie auch der Staatsbeitrag ans Sportmuseum zum Opfer gefallen ist, könnte eine museale Hutablage auch das Sportgeräte-Brockenhaus vor dem Borsalino-Schicksal retten. Neben Russis Skis und Federers Racket besitzt dieses bekanntlich auch Maite Nadigs Sapporo-Helm, der mit gutem Willen als Hut durchgehen und den Spirit des Begehlagers auf dem Dreispitz in eine öffentliche Kopfbedeckungskollektion hinüberretten könnte.

Während also die Hut-Szene neue Hoffnung schöpft, stehen in der Halstuch-Industrie die Zeichen auf Sturm. Nachdem Kulturdirektorin Elisabeth Ackermann an der Strategie-Medienkonferenz erstmals seit Amtsantritt ohne Schärpe aufgetreten ist, fragt man sich nun von Kaschmir bis Irland, ob Melanie nur vergessen hat, der Chefin eine umzulegen. Oder ob das der Beginn einer neuen Schal-Strategie ist.