Kürzlich habe ich mich als Jobvernichter betätigt, befürchte ich – und zwar sogar als Wiederholungstäter. Das erste Mal passierte es, weil sich an den Kassen in der Manor Food in der Greifengasse, wo ich oft einkaufe, lange Schlangen gebildet hatten. Es gibt dort seit Mai auch Selbstbedienungskassen, an denen man seine Einkäufe selber einscannen kann. Immerhin jeder fünfter Kunde nutzt den Service an den sechs Kassen. Ich gehöre jetzt auch dazu.

Tatsächlich ging das erste Mal kinderleicht. Ein wenig geübt hatte ich in der zentralen Bibliothek der GGG im Schmiedenhof, wo ich die elektronische Ausleihe mittlerweile gut beherrsche. Allerdings stand bei Manor eine Mitarbeiterin neben mir, die mir Schritt für Schritt erklärt hat. Nach jedem Mal einscannen erscheint das gekaufte Produkt mit Namen und Preis auf dem Display. Zum Bezahlen braucht man eine EC-Karte oder Ähnliches. Ich bin neulich noch mal zur Selbstbedienungskasse, um auszuprobieren, ob ich damit auch allein klar komme. Ich muss zugeben: Es gab ein paar Probleme, die ich allerdings zum grossen Teil selbst verursachte, weil ich Früchte und Gemüse falsch gewogen hatte.

Beim Scannen der Trockentomaten war dann nichts zu machen. Der Barcode war zu klein. Die Manor-Mitarbeiterin musste ihn mithilfe ihrer Karte Ziffer für Ziffer eintippen. Allein hat der Kunde nicht die Berechtigung dafür. Und beim Kauf von Alkohol wird der Bezahlvorgang für eine Alterskontrolle unterbrochen. Wieder ist ein Mensch gefragt. Ich bin ein wenig beruhigt: Zumindest vorerst wird wohl niemand wegen mir seinen Job verlieren.