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Im Zickzack durchs Baselbiet?

(Symbolbid)

Es rüttelt und schüttelt auf Baselbieter Strassen.

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Es rüttelt und schüttelt auf den Baselbieter Schienen und Strassen: Da wird in Muttenz ein 14er Tram von einem Lastwagen aus den Schienen gehoben, tröpfelt der motorisierte Verkehr neuerdings über einen Not-Bypass am infarktbedrohten Schänzlitunnel vorbei, tritt der Abstimmungskampf ums Läufelfingerli in die lärmige Beschleunigungsphase, wird nach geschlagener Tram-Schlammschlacht am Margarethenstich in dieser Zeitung eine homöopathische Bus-Variante skizziert, soll die vom Regierungsrat geforderte Ausschreibung der zehn Buslinien der Autobus AG Liestal entweder zurückgenommen oder auf alle Buslinien im Kanton ausgeweitet werden.

Die Reaktionszeit, um sich an neue Verkehrssituationen zu gewöhnen, wird im Baselbiet immer kürzer. Es holpert und poltert im politischen Getriebe. Gewagte Überholmanöver und riskante Spurwechsel sind bei dieser Konstellation genau so programmiert wie Staus und Stillstand und unheimliche Geisterfahrer. Wo sind die langfristigen Leitplanken? Führt eine allfällige Ausschreibung sämtlicher Baselbieter Buslinien direkt ins Desaster, zur Übernahme durch ausländische Billig-Anbieter? Bleiben allfällige Ersatzbusse fürs Läufelfingerli chronisch im Stau stecken?

Etwas wehmütig erinnert man sich an die verwirklichten tal- und kantonsübergreifenden Visionen von damals, etwa an den Bau des Hauenstein-Scheiteltunnels vor bald 160 Jahren, der die Städte Basel und Olten miteinander verband, 1916 gefolgt vom Basistunnel, oder an den Tarifverbund Nordwestschweiz. Sicher ist: Die oberste Baselbieter Verkehrslotsin braucht dringend eine neue, neongelb leuchtende Weste und eine klare Zeichensprache, bevor der letzte Gewohnheitspendler sich daran gewöhnt hat, dass es keine festen Gewohnheiten mehr gibt, nur noch täglich wechselnde Spar- und Zickzackkurse.

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