Polemik

In den Fängen der Velopolizei

«Sechs Tage dauert der bürokratische Wahnsinn. Dass etwas nicht richtig läuft, merkt wohl auch die Polizei. Denn ich darf mein Velo mitnehmen – und zwar gratis.»

«Sechs Tage dauert der bürokratische Wahnsinn. Dass etwas nicht richtig läuft, merkt wohl auch die Polizei. Denn ich darf mein Velo mitnehmen – und zwar gratis.»

Feierabend. Raus aus dem Büro. Und da steht nichts. Leer. Am Morgen waren hier noch 40 Velos parkiert. Und jetzt?

Eine Absperrung rund um den Parkplatz. Daran hängt ein Schild, worauf steht: Velos abgeschleppt, wegen Baustelle. Tatsächlich. Wo war die Information, als ich sie gebraucht hätte?

Wer sein Velo wieder haben will, muss sich bei der Stadtpolizei melden. Mittels Online-Suchformular versteht sich. Keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.

Dafür aber der Hinweis: Das Auslösen des Velos kostet 50 Franken. Na dann. Steckbrief ausfüllen. Nach 24 Stunden endlich die Antwort – per Mail.

Ich dürfe anrufen und meine Velo-Abholnummer angeben. Dann bekomme ich einen Termin. Es folgen drei lange Tage. Dann endlich: Ich darf zu meinem Velo.

Zur Identifikation dient der Veloschlüssel. Und welch Überraschung: das geknackte Schloss ist nach der Reparatur wieder ganz. Herzlichen Dank.

Sechs Tage dauert der bürokratische Wahnsinn. Dass etwas nicht richtig läuft, merkt wohl auch die Polizei. Denn ich darf mein Velo mitnehmen – und zwar gratis.

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