In den Baselbieter Schulen stinkt es bald zum Himmel. Denn der Kanton ist daran, diverse Leistungsvereinbarungen zur Säuberung seiner Schulhäuser zu kündigen. Nicht mehr die Gemeinden, darunter Liestal mit den beiden Sekundarschulhäusern, sollen künftig das Putzpersonal und den Abwart stellen, sondern der Kanton selbst. Grund ist nicht etwa unsaubere Arbeit, sondern, wie könnte es anders sein, die Suche der Regierung nach Sparpotenzial. Was das heisst, zeigt sich in Liestal: Geputzt wird nur noch «auf Sicht». Wenn sich ein Staubknäuel also rechtzeitig aus dem Staub macht, gilt das Klassenzimmer als sauber. Die jährliche Grundreinigung des ganzen Schulhauses während den Sommerferien wird gestrichen und das Putzpersonal wird nur noch für 40 Wochen pro Jahr angestellt. Die Leistung muss also nicht stimmen, solange die Rechnung aufgeht.

Bei den Lehrerinnen und Lehrern sieht es die gleiche Regierung etwas anders. Diese sollen neu nach Leistung entlöhnt werden. Doch nach welchen Kriterien? Die Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler? Oder der Eltern? Die Matura-Quote? Oder doch lieber nicht, weil Studenten teuer sind? Wäre also eher auf Sekundarstufe ein bestimmtes Soll von Abschlüssen zu erfüllen? Oder ist der Hintergedanke gar, möglichst viele Lehrer zu einem Wechsel in den Nachbarkanton zu animieren, wo Lohnklassen die Frage nach der Leistung überflüssig machen? Solange die Leute weiter auf dem Land ihre Steuern entrichten, eine Win-win-Situation – ausser für die Schüler.

Am wahrscheinlichsten ist allerdings, dass sich der Leistungslohnanteil an der Sauberkeit der Schulhäuser bemessen wird. Der Spareffekt des neuen Putzregimes würde potenziert. Die nun mehr einzige Reinigungskraft schreitet durchs Schulhaus, schlägt bei Sichtung eines Stäubchens Alarm, worauf die nächststehende Lehrkraft mit einem Mopp anrückt. Ob das der Bildungsrat gutheissen würde, steht auf einem anderen Blatt. Doch bis dahin ist er vielleicht sowieso abgeschafft.