Der Land-Schreiber

Ist ein kaputtes das bessere Kantonsspital?

«Dass das Baselbieter Spital neue Strukturen für die Zukunft benötigt, hat es selber schon vor Jahren festgestellt.»

«Dass das Baselbieter Spital neue Strukturen für die Zukunft benötigt, hat es selber schon vor Jahren festgestellt.»

Es scheint sich das Wort festzusetzen, dass die Spitalfusion mit «diesem» Baselbieter Kantonsspital KSBL für die Stadt undenkbar und inakzeptabel geworden sei. Kräftig befeuert von Basler Kolumnisten vom Schlage eines Ur-Genossen Roland Stark, intensiv verbreitet von einem Stadtmedium wie jüngst der «Tageswoche» und dankbar aufgenommen von kritischen Exponenten der städtischen SP ist der aktuelle Zustand des KSBL plötzlich zum wichtigsten und griffigsten Argument für den Abschuss der Fusionspläne avanciert.

So salonfähig es geworden zu sein scheint, das KSBL als finanzielles und organisatorisches Klumpenrisiko der Fusion darzustellen, so schleierhaft ist die Logik, die hinter einer solchen Argumentation steckt. Dass das Baselbieter Spital neue Strukturen für die Zukunft benötigt, hat es selber schon vor Jahren festgestellt. Dass diese Zukunft nur in der Bildung einer die Kantonsgrenzen überschreitenden engen Verbindung mit dem Universitätsstandort Basel gestaltet werden kann, ist eine Überzeugung, die von beiden Basler Spitälern gleichermassen geteilt wird. Dass der Transformationsprozess insbesondere für das kleinere, nicht-universitäre Landspital schmerzhaft sein würde, wusste niemand besser als die Baselbieter Spitalkader. Auch die bz hat oft genug über diese Probleme berichtet, welche das KSBL mit dem Mut der Verzweiflung zu lösen versucht.

Doch welches Ziel liegt diesem öffentlichen Stabbrechen über das KSBL zugrunde? Soll das Baselbieter Spital nach erfolgter Fusionsablehnung zerschlagen und auf die Grösse eines Regionalspitals gestutzt werden? Am besten noch unter dem öffentlichen Zukreuzekriechen, dass die Baselbieter Politik versagt und das KSBL bei der Spitalauslagerung 2012 in ein zu enges Korsett gezwängt hat? Wird dadurch das Baselbieter Gesundheitswesen der bessere Partner für die Stadt, für das Universitätsspital sein und für die gemeinsame Gesundheitsregion, die ja alle wollen? Das darf dann doch bezweifelt werden. Genauso wie die Vorstellung, dass eine derartige Transformation für die 3600 KSBL-Mitarbeitenden, von denen rund die Hälfte im Baselbiet und immerhin 466 in Basel wohnen, die bessere Perspektive böte.

Eine Putzequipe hat neulich in der Ecke eines verstaubten Archivgewölbes den Land-Schreiber aufgestöbert und reanimiert. Es ist zu befürchten, dass er wieder damit anfängt, ungefragt seine Ansichten zum Baselbiet loswerden zu wollen.

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