Persönlich

Jetzt haben wir das Geschenk

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Päckli-Flut vor Weihnachten: Mangels Zeit bestellen wir online.

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Es ist Päckli-Zeit. Es bleiben uns noch vier Tage, bis wir unsere Geschenke unter den Weihnachtsbaum legen. Wir beschenken uns, weil Christus Geburtstag hat. Der visionäre Menschenrechtler aus Palästina hätte sich das wohl nie träumen lassen und gesagt: «Lass diesen Kelch an mir vorübergehen.»

Unsere Festtage sind die Tage, in welchen unsere Widersprüche hell leuchten. Es wäre die Zeit für die Ofenbank, schon wegen der Kälte. Aber wir alle ächzen angesichts der überfüllten Agenda: Weihnachtsessen im Geschäft, Weihnachtsessen mit den verschiedenen Familien, Schulsingen, Festvorbereitung, Ferien buchen, Coiffeur-Termine, Bäume kaufen, Päckli kaufen, Essen kaufen. Es wäre Zeit, den lokalen Detailhandel zu unterstützen. Mangels Zeit jedoch bestellen wir online.

Es ist auch die Zeit kurz nach der internationalen Klimakonferenz im polnischen Kattowitz, an der die Rednerinnen und Redner Appelle an die Menschheit richteten. Angesichts der dramatischen Warnungen von Klimaforschern wurde zu «entscheidenden Massnahmen» aufgerufen. «Wir fordern tiefgreifende Veränderungen unserer Wirtschaften und Gesellschaften», hiess es. Genau genommen, ist das nicht gerade eine Aufforderung, die das Weihnachtsgeschäft beflügelt. Denn wie wir unter dem Festtagsstress ächzt der Planet unter unserer bunten Materialschlacht, die in diesen Tagen ihren jährlichen Höhepunkt erreicht. Und so wird parallel zum Umsatz die Temperatur weiter steigen. Ob das so sein soll, kann auch dieses Jahr jeder selbst entscheiden.

Das Geburtstagskind, das wir feiern, war wie wir ein Freund langer Tische und fröhlicher Gemeinschaft. Laut Mythos genügten ihm dazu etwas Brot und Wein.

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