Nach Roger Federers 20. Major-Triumph stand die ganze Schweiz Kopf. Die ganze Schweiz? – Nein.

Während der Tennisstar sich vergangenen Dienstag von Hunderten Fans am Flughafen Zürich feiern liess, Gratulationen von Bundesräten einheimste und Weltstars ihm auf den sozialen Medien Tribut zollten, blieb es in Basel auffällig ruhig.

 

Roger Federer geniesst ein Bad in der Menge

Roger Federer geniesst den Empfang am Flughafen Zürich.

   

Der eine oder andere postete zwar auf Facebook oder Twitter ein Ziegen-Emoji, das für GOAT steht – «Greatest of all time», und auch der FC Basel gratulierte dem wohl besten Tennisspieler aller Zeiten. Doch von kantonaler Seite kam nur eines: vornehme Zurückhaltung.

So erstaunt es nicht, dass auch nach dem jüngsten Rekord Federers die Basler Regierung keine Absichten hegt, die Joggelihalle in «Roger Federer Arena» umzutaufen.

Dass die Region die Ausstrahlungskraft Federers nicht zu ihrem Vorteil nutzen will, ist eine einzige verpasste Chance. Das klassische Basler Understatement ist in diesem Fall fehl am Platz – und das Argument, man benenne Strassen und Plätze halt nur nach Toten, wirkt im Falle eines Tennisspielers, der sich längst unsterblich gemacht hat, nur noch kleinlich und verbohrt.

Es ist höchste Zeit, Roger Federer ein Denkmal zu setzen. Ein Ehrendoktortitel reicht da nicht.

Die Halle passt perfekt, nicht nur, weil er in unmittelbarer Nähe aufgewachsen ist, sondern auch, weil sie ein Symbol der Verbindung zwischen Stadt und Land ist. Gibt es eine bessere Konstellation?

Die Umbenennung wäre ein gewichtiges Zeichen der Wertschätzung, und eine Erinnerung daran, wo Federers Wurzeln sind. Darauf sollten wir stolz sein. Und es der Welt auch zeigen.