«Was ist der Unterschied zwischen Grünem und Grauem Star?»

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Beim Grauen Star (Katarakt) ist die natürliche Linse getrübt. Der Betroffene hat den Eindruck, ständig durch ein Milchglas oder Nebel zu sehen. Er sucht meist von sich aus den Augenarzt auf. Die bis heute einzig wirksame Therapie ist die Operation, bei der die natürliche, trübe Linse durch eine klare Kunststofflinse ersetzt wird. Der Patient kann danach wieder besser sehen. Der Grüne Star (Glaukom) ist eine chronisch fortschreitende Sehnerv Erkrankung, die häufig, aber nicht immer, durch einen zu hohen Augeninnendruck entsteht. Die nicht-umkehrbare Schädigung des Sehnervs und ihrer Fasern führt zu einer Störung der Verbindung zwischen Auge und Gehirn. Dieser Vorgang bewirkt den zunehmenden Gesichtsfeldverfall bis zur Erblindung.

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«Wie merke ich, ob ich ein Glaukom habe?»

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Meist verläuft die Erkrankung schleichend, zunächst unbemerkt und ohne Druckgefühl oder Schmerzen. Wird ein Verlust der Sehfunktion wahrgenommen, ist die Schädigung leider bereits weit fortgeschritten. Deshalb ist die Früherkennung durch den Augenarzt sehr wichtig. Wir empfehlen allen über 40-Jährigen, einmal pro Jahr zum Augenarzt zu gehen. Bei Risikogruppen gerne auch früher, dazu zählen Diabetes- und Bluthochdruckpatienten, stark kurzsichtige Personen, oder falls in der Familie jemand an Glaukom erkrankt ist.

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«Kann der Grüne Star geheilt werden?»

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Nein. Der Grüne Star ist eine chronische Erkrankung, deren Folgeschäden ohne Therapie bis zum Verlust des Sehvermögens führen. Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten können das Fortschreiten der Krankheit aber zu einem grossen Teil unterbinden. Das Ziel dabei ist, den Sehnerv und damit das Gesichtsfeld zu erhalten. Am Anfang steht in der Regel die Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen, doch wenn der Augendruck nicht ausreichend gesenkt wird, die Tropfen nicht vertragen werden, oder die Anwendung schwierig ist, besteht eine gute Chance, den Druck mittels Laser oder einer Operation zu senken.

Die neuen minimalinvasiven Operationen sind wirksam, haben geringere Risiken und sind vergleichbar mit der Katarakt-Operation mit rascher Heilungszeit. Welche Therapie für den jeweiligen Patienten das Beste ist, muss der Augenarzt individuell mit dem Patienten entscheiden.

*PD Dr. med. Matthias Grieshaber ist Facharzt Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, Konsiliararzt mit Spezialgebiet Glaukom am Kantonsspital Baselland, Liestal.