Es ist, wie wenn das Nein der Baselbieter zum Margarethenstich das berühmte Tröpfchen zu viel im bereits randvollen Fass war. Das Murren der Stadtbasler über die angeblichen Profiteure vom Land hat jedenfalls an Lautstärke gewonnen. Das Tramprojekt hätte ein erster Schritt zur Entflechtung des öV auf Stadtbasler Boden sein können. Doch diesem bikantonalen Aspekt wurde im Abstimmungskampf keinerlei Beachtung geschenkt. Stattdessen zeitigt das Liestaler Sparmantra mittlerweile flächendeckend Wirkung. Selbst dort, wo die Regierung tatsächlich investieren will.

Das Signal an die Stadt: Wir schauen auf uns. Partnerschaft gibt es nur zu unseren Bedingungen. In dieser aufgeheizten Stimmung auf Kosten Basels einen weiteren Baselbieter Sitz im Euro-Airport-Verwaltungsrat zu fordern, wie das zwei Allschwiler Lokalpolitiker in der gestrigen bz taten, ist nicht gerade zielführend. Auch wenn es ihnen um den Fluglärm geht, wird es als Brüskierung verstanden. Schliesslich engagiert sich nur Basel-Stadt finanziell. Und da der für die Stadt ungünstige Uni-Deal bei gleichzeitigem Baselbieter Machtzuwachs im Uni-Rat noch nicht verdaut ist, wachsen die Befindlichkeiten weiter.

Für die geplante und aus unterschiedlichen Gründen kritisierte Spitalgruppe ist das ein Alarmzeichen. Wenn auch dieses Projekt misslingt, ist es wohl Zeit für die Idee des künftigen Basler Stadtentwicklers Lukas Ott. Dieser schlägt vor, dass die beiden Basel Aufgaben nicht mehr gemeinschaftlich angehen, sondern sie sich aufteilen. Obwohl auch diese, nicht ganz taufrische Idee einige Probleme mit sich bringt, könnte sie der Schlüssel für ein erspriesslicheres Nebeneinander sein. Wenigstens bis die Einsicht auf beiden Seiten reift, dass es miteinander eigentlich besser gehen würde. Was die Region ganz sicher nicht gebrauchen kann, ist die Rückkehr des wenig konstruktiven Kantönligeists.