Der Schwingsport erlebt einen beispiellosen Höhenflug. Jedenfalls an den «Eidgenössischen». Vor drei Jahren strömten sagenhafte 300'000 Menschen nach Burgdorf. Estavayer rechnet in gut zwei Wochen mit ähnlichen Massen. Dort findet der Megaanlass auf dem Militärflughafen Payerne statt. Platz hat es da genug. Der Aufwand ist enorm. 50'000 Plätze umfasst das temporäre Stadion. Das Festgelände entsprach schon in Burgdorf rund hundert Fussballplätzen. 25 Millionen Franken betrug das Budget. Und das will sich der Nordwestschweizer Schwingerverband in Aesch 2022 zumuten? Nur damit das Sägemehl auf Baselbieter Boden gestreut werden kann? Dies, obwohl das vorgesehene Gebiet grösstenteils der Einwohnergemeinde der Stadt Basel gehört?

Selbst wenn das grösste und schönste Fussballstadion der Schweiz etwas kleiner ist als die üblichen zusammengeschraubten Arenen, bietet das Joggeli doch die einzige vernünftige Alternative. Von der technischen Infrastruktur über das grosszügige Trainingsgelände bis zur Verkehrsanbindung und möglicherweise geringeren Kosten sprechen alle harte Fakten für diese Lösung. Zudem sind der urige (Spitzen-) Sport und das volkstümliche Drumherum längst in den Städten angekommen. Ein «Eidgenössisches» ist keine erweiterte SVP-Delegiertenversammlung, sondern ein nationales Fest für alle – in bester helvetischer Tradition.

Da sollte es nun wirklich keine Rolle spielen, welcher der beiden Kantone mehr Fläche zur Verfügung stellen darf.