Es ist gut, wenn sich in der Debatte um die Zukunft des Baselbieter Kantonsspitals endlich auch die Hauptakteure öffentlich Gehör verschaffen: die leitenden Spitalärztinnen und -ärzte. Zwar kann noch niemand voraussagen, wie der Umbauprozess tatsächlich ausfallen wird, doch unterstreichen deren Aussagen den Ernst der Lage. Dies dient der Sache. Sollte jemand den Abstimmungskampf vor der Spitalfusion auf die leichte Schulter genommen und sich gedacht haben, es werde schon irgendwie mit dem bisherigen Angebot weitergehen, der muss sich spätestens jetzt besinnen.

Höchstwahrscheinlich wird der Neubau auf grüner Wiese eine schöne Utopie bleiben – selbst wenn dem Landkanton ein ähnlich geglückter, modern-funktionaler Spital-Leuchtturm wie der FHNW-Neubau in Muttenz gut anstünde. Dafür wird die Restrukturierung umso schmerzvoller ausfallen, einen anderen Schluss lassen die jährlichen Millionendefizite des KSBL gar nicht zu.

Dieser Realität gilt es möglichst offen und sachlich ins Auge zu blicken. Platz für Beschönigungen und Beschwichtigungen gibt es keinen mehr, genauso wenig wie für die Jagd nach irgendwelchen Partikularinteressen. Es werden Stellen abgebaut und Standorte zumindest teilweise geschlossen werden. Und wer sich jetzt in Basel-Stadt gemütlich zurücklehnt, dem sei versichert: Dieselbe Debatte wird eher früher als später das Unispital einholen. Hoffentlich werden dann die USB-Kaderärzte den gleichen Mut aufbringen, mit ihren Ideen an die Öffentlichkeit zu treten.