Die Kriminalitätszahlen in Basel zeigen leicht nach oben, nachdem sie während Jahren rückläufig waren. Das widerspricht dem nationalen Trend, ist alles andere als erfreulich – aber noch längst nicht die Katastrophe, als welche die Statistik bereits herumgeboten wird.

Aufhorchen lässt vor allem die deutliche Zunahme bei den Gewaltdelikten, insbesondere bei den schweren Gewalttaten. Und auch hier waren einige Kommentatoren rasch mit einer viel zu einfachen Gleichung bei der Hand: «Viele Ausländer = viel Gewalt».

Der Blick in die Statistik und besonders ein aufmerksames Ohr für die Aussagen des Leitenden Staatsanwalts Beat Voser zeichnen aber ein ganz anderes Bild. Die Gewalt ist wohl importiert, aber keineswegs aus dem Aus-, sondern vielmehr aus dem Umland. Basel erbringt auch hier eine Zentrumsleistung.

Allwochenendabendlich fahren Züge voller junger Menschen in die Stadt, die bereits auf der Anfahrt ordentlich bechern und in Basel einen draufmachen wollen. Und einige von ihnen eben auch draufhauen. Das soll nicht heissen, dass die wieder zunehmende Gewalt, insbesondere die schwere und die Gewalt gegen Beamte kein Problem seien.

Aber es ist kein Problem, das Basel mit seiner ausländischen Bevölkerung hat, sondern eines, das es seiner Funktion als Kernstadt «verdankt». Es soll nun bloss niemand auf die Idee kommen, die Gleichung aufzustellen «viele Baselbieter = viel Gewalt». Auch hier hilft die Statistik weiter. Wenn es nämlich eine einfache, aber zutreffende Gleichung gibt, dann ist es diese: «viel Alkohol = viel Gewalt».