Erinnern Sie sich an das Wort «Botellòn»? Es bezeichnet ein Saufgelage, zu dem sich junge Menschen treffen, um sich in der Öffentlichkeit die Kante zu geben. Das Wort war mal ein, zwei Sommer lang in Basel ein Aufreger. Dann verschwand die Aufregung, die Besäufnisse blieben. Vor allem am Rhein. Entsprechend sieht es am Morgen danach aus.

Natürlich, nicht alle Rheinnutzer benehmen sich daneben. Aber diese Auswüchse am intensivst genutzten Freizeitabschnitt in der Stadt schüren Konflikte. Kommt hinzu, dass die Gestaltung des Abschnitts noch aus den 1970er-Jahren stammt: Hier ein Rabättchen, dort ein Bäumchen, überall Pflastersteine und immer wieder steile Böschungen, die schlicht nicht nutzbar sind. Man drängt sich zusammen, improvisiert.

Immerhin richtet der Kanton seit zehn Jahren einzelne Massnahmen an einem neueren Konzept aus. Wirklich umgesetzt wurde das aber nie. Ausnahmen bilden kleine Eingriffe. So präsentiert sich uns heute ein ziemlich gleichförmiger Uferschlauch von der Solitude bis zur Dreirosen, der künftig eher gleichförmiger wird, damit sich die Tausendschaften von Ufergästen etwas besser verteilen. Kein Wunder steigen Anwohner auf die Barrikaden.

Klar also ist: Ja, es braucht eine neue Gestaltung unter Einbezug aller Beteiligten. Hier etwa eine ausladende Verweil- und Strandzone für Sünneler, dort eine kleinteiligere, ruhige Erholungszone für Geniesser. Wenn der Rhein schon der Stolz der Stadt sein soll, dann gehört er auch als solcher behandelt. Und zwar mit einem Konzept, das nicht nur zeitgemäss ist, sondern auch mit der Zeit gehen kann.