Ich muss zugeben, ich weiss nicht mehr genau, wie die beiden Mädchen ihre Frage genau formuliert haben. «Möchten Sie einen Spruch für ein Lächeln?», hat die eine gesagt, so ähnlich muss es wohl gelautet haben. Ihre Kollegin schickte hinterher: «Es kostet nichts.» 

Die beiden waren so um die 12 oder 13 Jahre alt und die Szene spielte sich vor einigen Tagen in der Nähe der Hauptpost mitten in Basel ab. Ich war gerade geübt im Lächeln, weil ein befreundeter Fotograf für mich neue Porträtfotos gemacht hatte, und da ist Lächeln sehr gefragt. Auf jeden Fall habe ich meinen Spruch bekommen. Ein rotes Zettelchen war es, mit einem Stück Klebstreifen zu einer kleinen Rolle geformt. 

Ich war natürlich neugierig, aber der Klebstreifen liess sich nicht so leicht lösen. Da habe ich mein Zettelchen mit ins nahe Ca’puccino in der Falknerstrasse genommen und einen Espresso bestellt. Mit etwas Geduld kam folgender Satz zutage: «Hinfallen, Aufstehen. Krone richten. Weitergehen ...» Zum Schluss fand sich ein kleines schwarzes Herz, bei Krone richten waren zwei Krönchen gezeichnet. 

Ich habe mich dann ganz unjournalistisch verhalten und nicht recherchiert, was es mit dem Spruch für ein Lächeln auf sich hatte. Eine Schul-Aktion, eine Feldforschung? Ich wollte es gar nicht wissen und mir den Zauber des roten Zettelchens erhalten. Einen Spruch für ein Lächeln, das ist doch ein wunderbares Geschenk in einer Zeit, wo die meisten Leute in der Stadt, die einen ansprechen, Geld, eine Mitgliedschaft oder eine Unterschrift wollen.