Mein Leben im Dreiland

Kulinarische Tipps für Freiburg und zwei Warnungen

Feine Kuchen gibt es im Café Gmeiner.

Mit seinen 1000 Adressen ohne Gewichtung und kritische Distanz erschlägt einen die neue Ausgabe des Magazins «Freiburg geht aus». Für einen Ausflug in die südbadische Nachbarstadt sind die Besucher mit vier gastronomischen Vorschlägen bereits gut gewappnet.

Es war ein Reinfall. Beim letzten Besuch in Freiburg im Breisgau habe ich im Bahnhofs-Kiosk einen neuen Gastroführer entdeckt und gezögert. Die Ausgabe 2019 des in einem Freiburger Verlag erscheinenden Magazins «Freiburg geht aus» verspricht für 9,80 Euro unter dem «Prädikat Genussvoll» 1000 Hotspots für Freiburg und die Regio. Zuviel?

Ohne jede Gewichtung und kritische Distanz werden da zum Beispiel unter der Rubrik «Regionale Küche» um die 60 Restaurants erwähnt. Wie soll ein derartiges Heft mit dieser Masse von Adressen und Hinweisen auch nur andeutungsweise Orientierung bieten?

Auch die Nennung von fast 20 Italienern, unzähligen Cafés und Eisdielen hilft nicht wirklich weiter. Wohltuend ab heben sich zwar manche ganzseitige Beiträge wie über das historische Gasthaus «Deutsches Haus.» Aber letztlich war der erste Eindruck der richtige.

Als Nachschlagwerk für exotische Küche oder Biergärten mag das Heft noch Sinn machen. Allerdings fehlt am Ende ein Register. Zudem kommt das Magazin, das mit vielen Anzeigen gespickt ist, auf ein Gewicht von einem Kilo. Eindeutig zu schwer zum Rumschleppen bei einem Samstags-Ausflug nach Freiburg.

In der Region Basel ist es erst gar nicht erhältlich. Weil aber viele Leserinnen und Leser aus der Schweiz gerne nach Freiburg fahren, hier einige persönliche Tipps, die für einen Tagesausflug vollgekommen genügen. Schon lange vor Basel gab es auch in Freiburg eine Markthalle, wo man zwischen Grünwälderstrasse und Martinstor mittags aufgrund des Andrangs manchmal etwas beengt, aber günstig und gut die unterschiedlichsten Speisen zu sich nehmen kann.

Ganz in der Nähe, in der Kaiser-Joseph- Strasse 243, findet sich das Café Gmeiner mit super feinen Kuchen. Das D.O.C. in der Gerberau 9 bietet sich vor allem mittags als Imbiss mit Risotto und Antipasti an. Wer edel und gut essen will, sei in das Drexlers geschickt. Samstagmittag und an Sonn- und Feiertagen ist es allerdings geschlossen. Auch am Mittag sollte man dringend reservieren.

Wer dennoch für einen gut gemachten und kritischen Gastro-Führer Geld ausgeben will, dem sei das Freiburg-Buch des Badenweiler Oase Verlag empfohlen. Leider ist die aktuelle Ausgabe 2017 vergriffen. Die neue kommt im Frühjahr. Das Warten lohnt sich.

Zum Schluss eine zweite Kauf-Warnung. Der französische Verlag «petit futé» hat sein neues City book 2019 Mulhouse Sud-Alsace, Bâle - Freiburg publiziert. Auch hier finden sich eine Fülle von Adressen ohne kritische Einschätzung. Zumindest gibt es ein Register. Als reines Nachschlagwerk ist es also tauglich. Aber dafür reicht auch das Internet.

peter.schenk@bzbbasel.ch

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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