Basel mausert sich langsam zur Weltstadt. Nach Investitionen im schwindelerregenden Millionenbereich in die (Hoch-)Kultur kommt nun der Unterhaltungsbereich zum Zug. Das ist keiner Mäzenin geschuldet und auch nicht der Staatskasse, sondern der Not.

Das Stücki-Center erweist sich genau als der Flop, vor dem die Gegner immer gewarnt haben. Ein Shoppingcenter wenige Meter neben der deutschen Grenze zu bauen, war ja auch ohne Frankenschock ein gewagtes Unterfangen. Allerdings gedieh im Schatten des viel zu grossen Einkaufparadieses ein Science-Park, dessen Erfolg lange unterschätzt wurde. Insofern haben die Investoren sicher nicht alles falsch gemacht. 

Dass die Eigentümerin Swiss Prime Site nun noch einmal 100 Millionen Franken aufwerfen will, um aus dem «Stücki» den grössten Kinokomplex der Schweiz zu machen, zeugt von Mut. Schliesslich ist das nächste Multiplex-Kino nur wenige Tramstationen entfernt, steht ebenfalls auf deutschem Boden und bietet deshalb unschlagbar günstige Ticketpreise. Aber als künstliche Erlebniswelt, die Einkaufen, Gastronomie und Kinogenuss kombiniert, könnte die Rechnung durchaus aufgehen. 

Für die Lichtbildsäle in der Innenstadt muss das nicht zwingend eine Hiobsbotschaft sein. Sie werden sich aber wohl teilweise an ein anderes Publikum richten müssen. An jenes, das unter Unterhaltung nicht nur Ablenkung, sondern auch Anregung versteht. Und an jenes, das sich lieber in einer gewachsenen Stadt bewegt, als in einer artifiziellen Umgebung.