Sie tanzte mit einer philippinischen Gruppe, ein Chor der Grünen/EVP-Fraktion stimmte im Kasernensaal ein Loblied auf sie an. Einheimische Volkstänze wurden geboten, beim Apéro auf dem Liestaler Zeughausplatz das Baselbieterlied gesungen. Das Landrotspreesifest für Elisabeth Augstburger war ein Fest des Herzens, ein Mix zwischen Volkskultur und dezenter Grandezza helvetischer Weltläufigkeit. Dabei beeindruckte die neue Präsidentin und damit formell höchste Baselbieterin von Anfang an mit ihrer Souveränität und ihrem eleganten stilsicheren Auftreten. So stelle ich mir unsere höchsten politischen Vertreter in der Öffentlichkeit vor: magistral und in jeder Situation bella figura machend. Beispielhaft, sogar für grüne Städter.

Das Baselbieterlied sangen auch die Basler Regierungsräte aus voller Kehle. Ich weiss es, denn ich stand dicht daneben. Tenöre wie im Theater Basel sind sie keine, und für einmal will ich falsche Töne überhört haben. Keine böse Zunge behaupte indes, das sei nur Pose oder vorgetäuschte Zuneigung gewesen. Genau solches Gerede ist der belasteten Partnerschaft abträglich. Grosse Aufgaben stehen an: die Zukunft unserer Uni und die gemeinsame Spitalgruppe. Die involvierten Regierungsräte waren anwesend, und ich bin sicher, sie werden Lösungen finden, die auch beim Volk Bestand haben. Alle Forderungen aus den diversen politischen Lagern werden nie zu erfüllen sein. Verhandeln und Abwägen gehen also weiter.

Bleiben wir optimistisch, dass die Partnerschaft weiter funktioniert. Schliesslich singen auch Baselbieter liebend gern das Lied des schönen Hebel-Gedichts «Z Basel an mym Rhy». Und was meinte Meister Goethe? Wie passend sind doch seine Zeilen in der Ballade «Der Schatzgräber»: «Tages Arbeit, abends Gäste! / Saure Wochen, frohe Feste!» Feiern und Feste sind ein Unterbruch des sauren, bisweilen harten und zähen Alltags, eine willkommene Abwechslung im zermürbenden Polit-Seilziehen. Und nach «Schätzen» in der Region Basel haben wir weiter zu graben.

Tage später kamen meine Frau und ich erneut zu einem «frohen Fest». Ganz bescheiden zwar, bei einem Thé dansant für Senioren und andere junge Burschen und Mädels. Nach jedem Tanz wurden die Paare lockerer, mutiger, ausgelassener, zärtlicher und fröhlicher. «Du und ich sind dem Paradies so nah», sang der Crooner der Musikanten und war sich wohl der hintergründigen Ironie uns alten Leutchen gegenüber nicht bewusst. Ich aber dachte: Vielleicht ist auch unsere Region auf dem Weg zum Paradies. Ein Anfang wäre das regelmässige gemeinsame Singen und Tanzen zwischen Städtern und Landschäftlern. Sie bügeln gelegentliche Dissonanzen und Fehltritte der Partnerschaft spielend aus. Hoppla, schon wieder aus dem Takt. Utopische Ideen brauchen Zeit. Vielleicht bis zum nächsten Landrotspreesifest. Was meinst Du, Hannes? Mit den beiden Elisabeth eine flotte Sohle aufs Parkett legen? Daneben ein Jodel von Baschi Dürr mit dem Juso-Chörli. Tanzen befreit den Geist, und Singen fördert die Gemeinschaft.