Persönlich

Lieber eine Jacht als Reichtum

«Neulich habe ich meinen Jungs erklärt, wieso ich ziemlich froh bin, nicht reich zu sein – ganz ehrlich.» (Symbolbild)

«Neulich habe ich meinen Jungs erklärt, wieso ich ziemlich froh bin, nicht reich zu sein – ganz ehrlich.» (Symbolbild)

Neulich habe ich meinen Jungs erklärt, wieso ich ziemlich froh bin, nicht reich zu sein – ganz ehrlich.

Nun gut. Es gibt reich und stinkreich, und für mindestens 95 Prozent der Weltbevölkerung würde ich mit meinem Reiheneinfamilienhaus, meinem Opel und meiner Krankenkassenpolice als reich gelten. Ich meine aber so richtig stinkreich. So nach Schweizer Massstäben. Das bin ich nicht.

Was mich – wie eingangs erwähnt – erleichtert. Weil ich mich noch über Dinge oder Ferien freuen kann, die ich mir mal ausserordentlich leiste. Weil ich noch Geschenke zu schätzen weiss. Weil ich nie Gefahr laufen werde, in diese Trostlosigkeit zu verfallen, alles schon gekauft, überall schon gewesen zu sein, alles schon ausprobiert zu haben, sich eben alles Materielle dieser Welt leisten zu können. Weil genau das meine Verlustängste und die Angst vor dem Tod nur noch ins Unendliche steigern würde. Weil ich mir keine besonders grossen Sorgen um die Sicherheit meiner Familie machen muss. Weil ich keine Angst vor geldgierigen falschen Freunden habe. Und schliesslich, weil meinen Kindern alle Wege in eine selbst verantwortete Karriere offenstehen, und sie nicht damit belastet werden, ein Vermächtnis zu verwalten.

Die Jungs hörten mir bedächtig zu, nickten zwischendurch zustimmend, und sagten unisono, als ich geendet hatte: «Gäll Papi, es wäre aber trotzdem geil, eine eigene Jacht zu haben.»

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