Kürzlich bin ich ehrenhaft aus deinen Diensten entlassen worden. Die wertvollsten Erfahrungen, die ich in den insgesamt 64 Diensttagen sammeln durfte, will ich der geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten:

  • Wenn man in den Zivilschutz einrückt, regnet es. Immer. Wenn der Kurs zu Ende ist, scheint die Sonne. Immer.
  • In erstaunlich vielen Fällen ist es erheblich anstrengender, eine Arbeit vorzutäuschen, als sie tatsächlich auszuführen.
  • Die Political Correctness von Witzen des Vorgesetzten verhält sich umgekehrt proportional zur Länge der Haare von dessen Schnauz.
  • Anders liegt der Fall bei der Lustigkeit der Witze: Sie verhält sich analog zur Länge der Schnauzhaare.
  • Manche Zivilschutz-Fahrzeuge sind mit Sirene und mobilem Blaulicht ausgerüstet. Diese Apparaturen sind nicht spasseshalber einzusetzen – vor allem dann nicht, wenn Polizisten in Hörweite sind.
  • Es ist nicht empfehlenswert, alleine mit einem zivilen Polizeifahrzeug in eine Ansammlung von betrunkenen Anhängern der Deutschen Fussball-Nationalmannschaft zu fahren (passiert während der Euro 08). Es ist nämlich wahrscheinlich, dass man wegen des orangen T-Shirts für einen Holland-Fan gehalten wird.
  • Falls das oben beschriebene Szenario trotzdem eintritt, ist weiter dringend davon abzuraten, die Sonnenblende nach unten zu klappen. Der darauf angebrachte Schriftzug «POLIZEI» führt – entgegen der geläufigen Annahme – nicht zu einer Beruhigung der Lage. Im Gegenteil.
  • Zivile Polizeibusse kippen selbst dann nicht, wenn 30 angetrunkene Raufbolde versuchen, sie auf die Seite zu legen.

Lieber Zivilschutz, dank dir habe ich viel gelernt – bloss nicht das, was auf dem Dienstplan stand.

Dein ergebener Reservist