Fast schon täglich erscheinen neue schlechte Nachrichten aus dem Basler Polizeikorps in den Basler Medien. Und auch die jüngste Verfehlung einer Mitarbeiterin – so sie sich denn auch juristisch bewahrheitet – ist mitnichten ein Kavaliersdelikt. Die Polizeileitung hat den erhärteten Verdacht, dass eine Sicherheitsassistentin sensible Daten an Dritte weitergegeben hat. Alleine die Anschuldigung dürfte das ohnehin getrübte Ansehen der Basler Polizei weiter verschlechtern.

Auch Kommandant Gerhard Lips dürfte dies so sehen, hat er doch auch im Interview mit der bz ausgesagt, dass er sich um das Image seines Korps sorge. Doch gerade er macht im Zusammenhang mit den Enthüllungen eine schlechte Figur. Mehrfach äusserte er seinen Unmut darüber, dass selten über die positiven Leistungen seiner Polizistinnen und Polizisten berichtet würde. Dies stimmt zum einen nicht, viele Erfolgsmeldungen finden ihren Weg in die Presse. Zum anderen ist es von den Polizisten schlicht zu erwarten, dass sie ihren Job machen – was sie auch tagtäglich tun.

Gerhard Lips ist sicher nicht alleine Schuld am negativen Image der Basler Polizei. Vielmehr erwecken Teile des Kaders den Eindruck, sehr stark auf ihren eigenen Vorteil bedacht zu sein – vielleicht gar von negativer Presse über Kollegen zu profitieren. Die von Lips bestätigte, von oben vorgelebte «Selbstbedienungsmentalität» passt gut in dieses Bild. Mit seinen Relativierungen tut sich Lips aber keinen Gefallen. Vielmehr lassen sie den Glauben an ein Aufräumen schwinden.