Neulich musste ich mit meinem Auto in die Werkstatt. Ich habe bei meinem Reifendienst im Weiler Quartier Friedlingen die Bremsen erneuern lassen. Weil das zwei Stunden dauerte, bin ich gleich im Deutschen geblieben und mit dem Bus in die Stadt gefahren. Anstatt mir beim Imbiss vor dem Kaufhaus «Kaufring», den ich übrigens empfehlen kann, eine typisch deutsche Currywurst mit Pommes frites zu genehmigen, habe ich mich für eine gesündere Variante entschieden.

Im China-Restaurant, das sich im ersten Stock des erwähnten Kaufhauses befindet, kann man sich beim Mittagsbuffet bedienen, aber auch beim «Teppanyaki-Grill» selber das rohe Fleisch und Gemüse aussuchen, die man gerne auf einer grossen heissen Metallplatte angebraten haben möchte. Ich habe das zum ersten Mal gemacht und mich noch ein wenig ungeschickt angestellt. Dabei ist auf einem grossen Plakat alles ganz genau erklärt. So kann man zwischen sechs verschiedenen mongolischen Saucen wählen und in einer weiteren kleinen Schale frische Peperoncini und Zwiebelstückchen als Zutat auswählen.

Das Ganze kommt auf eine Theke, am Teller eine Klammer, auf der die Nummer des Tisches steht, die man vorher dort gefunden hat. So weiss die Bedienung, wohin sie die fertig grillierten Speisen bringen muss. Ich war ganz begeistert ob dieser Mischung aus Selbstbedienung und frischer Zubereitung.

Ich bin nach dem Essen gemütlich durch die Hauptstrasse geschlendert und habe eine zweite Entdeckung gemacht. An der Hausnummer 284 findet sich das italienische Feinkostgeschäft «Da Rosa». Neben einer grossen Frischetheke mit Käse, Antipasti , Salami, Schinken und Pasta finden sich natürlich auch Grappa, Weine, unterschiedlichste Tomatensaucen, Pesto und italienisches Gebäck. Ich habe mir das sonst nur von draussen angeschaut, wollte aber diesmal den Espresso probieren – der Laden ist gleichzeitig Weinbistro, in dem man mittags eine Kleinigkeit essen kann. Der Espresso ist ausgezeichnet. Den Rückweg nach Friedlingen habe ich zu Fuss gemacht. Er dauert tatsächlich nur zehn Minuten. An der Tramhalte-Stelle Riedlistrasse, der zweiten hinter der Grenze, ist mir die «Trämli Apotheke» aufgefallen. Ein Apotheker aus Lörrach hat die ehemalige «Rhein-Apotheke» übernommen und sie umgetauft.

Wie ich in einer früheren Kolumne schrieb, müssen Autoreparaturen über einem Wert von 300 Franken beim Schweizer Zoll deklariert und darauf die Schweizer Mehrwertsteuer bezahlt werden. Das habe ich gemacht, dummerweise aber vergessen, dass weitere Einkäufe auch verzollt werden müssen, weil sie dann über der Freigrenze liegen.

Ich hatte in einer Drogerie für einen Warenwert von 24,15 Franken eingekauft. Während in Deutschland Duschgel und After Shave mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt werden, liegt der Mehrwertsteuersatz für solche Produkte in der Schweiz nur bei 2,5 Prozent – ein riesiger Unterschied. Mir soll es recht sein. Meine Ehrlichkeit kostete mich nur 60 Rappen. Die unterschiedliche Steuerphilosophie aber finde ich hoch interessant und kaum nachzuvollziehen.