Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu investieren: in Bildung. Und ich rede hier nicht von Spenden, es geht um Investment mit Rendite. Schon lange war die Gelegenheit nicht mehr so gross: Die besten Dozenten aus den USA haben das grösste Interesse, ihr Land zu verlassen. Weil sie nicht mehr frei forschen dürfen, weil ihr Präsident nichts von Wissenschaft und Bildung hält; weil die mutigsten Denker sich fragen, ob die Freiheit bedroht wird von unbelehrbaren Rassisten und Rechtsradikalen.

Basel hat Einzigartiges zu bieten. Es ist kein Zufall, dass unsere Stadt eine wichtige Rolle spielte in der Reformation und bei der Förderung des Humanismus. Es ist kein Zufall, dass Erasmus von Rotterdam in Basel lebte und unser Denken, unsere Offenheit und unseren Sinn für Vernunft prägte. Es ist kein Zufall, dass der grosse Theologe Karl Barth hier seine neue Heimat fand, als er von den Nazis aus Deutschland vertrieben wurde. Es ist kein Zufall, dass unsere kleine Stadt diese Ausstrahlung hat, durch Kunstsammlungen, durch grossartige Museen, durch Messen mit Weltruf.

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet hier am Rheinknie im Zentrum Europas ein Tor zur und für die Welt entstanden ist. Wir empfingen Hugenotten aus Frankreich, als sie verfolgt wurden. Dank ihnen und ihrer Seidenbandindustrie wurde Basel erst zur Chemie-Stadt und heute zu einem der wichtigsten Standorte für Forschung in der Pharma.

Wir haben reiche Erfahrung, Ankommende willkommen zu heissen und zu integrieren. Neue Ideen fanden hier immer Raum und fruchtbaren Boden, Wibrandis Rosenblatt, Maja Sacher, Theodor Herzl und viele, viele andere zeugen davon. Die Schola Cantorum Basiliensis und das Theater Basel mit seinem Ballett haben Weltruf. Was hindert uns denn noch, aktiv Leute zu suchen und willkommen zu heissen, die unsere bereits blühende Kultur weiterentwickeln?

Ach so, die Diskussionen um das Basler Drämmli. Du meine Güte. Und fehlende Parkplätze. Und die ultralinken Kommunisten, die unsere Stadt seit langem mit Begeisterung in den Ruin getrieben haben. Und die Baustellen, die das Baudepartement rein böswillig über die Stadt verteilt, damit es uns schlecht geht. Echt, so ein Blödsinn. Ich habe noch niemanden getroffen, keinen Ausländer, keinen Vertriebenen, keinen Touristen, nicht einmal einen Zürcher, der nicht zutiefst beeindruckt war von unserer Stadt.

Selbst Baslerinnen und Basler finden ihre Stadt gar nicht mehr so übel, wenn sie ein paar Jahre oder auch nur die Ferien an einem anderen Ort verbracht haben. Ausser den paar üblichen lautstarken Jammeris, die im Grunde aber glücklich sind, weil sie immer etwas zum Jammern finden.

Lassen wir sie, sie haben sogar eine eigene Zeitung geschenkt erhalten. Aber wir anderen, Donnerwetter, wir können heute etwas aufziehen, das die Welt nachhaltig verändern wird. Da werden auch die Landschäftler und Landschäftlerinnen mitmachen. Wir brauchen sie! Also lasst die Kleingeister stehen und macht um Himmels Willen etwas Mutiges.