Tod an der Liesberger Fasnacht

Manchmal ist ein tragischer Unfall genau das: Ein tragischer Unfall

Hans-Martin Jermann
Der Unfall an der Liesberger Fasnacht 2019 war keine fahrlässige Tötung, hat das Baselbieter Strafgericht geurteilt.

Der Unfall an der Liesberger Fasnacht 2019 war keine fahrlässige Tötung, hat das Baselbieter Strafgericht geurteilt.

Geschieht wie an der Liesberger Fasnacht 2019 ein tödlicher Unfall, so fragen wir reflexartig: Wer war schuld? Es war wichtig, dass die Staatsanwaltschaft den Unfallhergang im Detail untersuchte und die Verantwortungsfrage stellte. Das muss sie tun. Ebenso verständlich, ja beruhigend wirkt nun der Freispruch des Cliquenkollegen des Getöteten. Das Urteil des Baselbieter Strafgerichts schützt all jene, die in Vereinen und informellen Personengruppen anpacken. Es schafft – just, weil es die Eigenverantwortung betont – Vertrauen und Solidarität.

Man mag sich die Folgen eines Schuldspruchs gar nicht vor Augen führen: Ist für den Cliquenanlass dann ein Check des Anwalts samt Haftungsausschluss nötig? Amerikanische Rechtsverhältnisse im Schweizer Vereinswesen – eine Horrorvorstellung. Selbst die Mutter sagte, dass für den Tod ihres Sohnes niemand verantwortlich gemacht werden könne. Manchmal ist ein tragischer Unfall eben genau das: ein tragischer Unfall. Der freigesprochene Cliquenkollege ist mit dem Tod seines Freundes genug bestraft.

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