Jugendsprache

Mega easy.

(Symbolbild)

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Der sprachliche Zwiespalt zwischen U20-Jährigen und U30-Jährigen ist voll nicht easy. Das wird vor allem klar, wenn sie bei der Arbeit aufeinander treffen, die Sprache des anderen nicht verstehen und «voll uncool» finden.

Die heutige Jugend redet, was sie denkt. Eigentlich muss es heissen: Wie sie denkt. Eine Geschichte, erzählt von einer U20-Jährigen, klingt wie das Copy Paste eines Whatsapp-Chats: «Und dann ich so: Wie meinst Du das? Und er so: So, wie ich es sage. Und ich so…» – und er so undichsounderso. So oder so. Und sonst so?
Mein Betreuer so: «Der Text ist voll easy.»
Ich so: «Danke. Aber easy ist wirklich nicht cool»
Er, empört: «Was? Natürlich ist easy easy!»
Ich: «Easy ist out.»
Er: «Jääs. Das ist voll nicht out»
Ich frage: «Jääs?»
Er übersetzt für die Jüngeren: «Abartig.»
Ich betone: «Jääs auch mega.»
Jetzt ist er verwirrt: «Mega. Wer sagt sowas am Satzende?»
«Mega ist easy. Ich kenne gar kein Synonym dafür.»
Er lacht.
«Ja okay, easy kann man mal sagen.»
Er, stolz: «King.»
Da hört der Spass aber auf. «Alter, King ist richtig komisch.»
«Alter» kriegt eine neue Bedeutung, wenn Junge «easy» nicht mehr cool finden. In zehn Jahren wird er «cool» anführen.
Früher war es einfach, früher war: Easy. Kannst Du das für mich erledigen? Easy. Eine Geschichte, erzählt von einem U30-Jährigen, klingt englisch und betont easy.
Heute ist alles aufgeregt, und die Mimik plötzlich so wichtig. Klar, denn auch diese wird verschickt, als Snap. Ein Foto, zack, Hashtag dazu – weg. Innehalten fürs Foto statt für den Inhalt. Das Emoji verleiht dann doch noch Ironie, denn die ist wichtig.
Und zwar mega.

Autor

Olivia Meier

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