Verkehrskollaps

Nach dem Unfall auf der A2: Die Grenzen des Systems

Der wachsenden Mobilität kann nicht einfach mit mehr Strassen und mehr öffentlichem Verkehr begegnet werden.

Ein Lastwagen mit 24'000 Litern giftigem und brandgefährlichem Methanol überschlägt sich. Feuerwehr und Polizei können schlimmeres verhindern. Ausser für den schwer verletzten Fahrer geht der Unfall glimpflich aus. Nicht auszudenken, wenn die Ladung im dichten Verkehr explodiert wäre. Zum Stau kam es trotzdem. Zum Riesenstau. Nichts ging mehr am Mittwoch vom Nachmittag bis in die Nacht. Nicht nur auf der A2, auch auf vielen Kantons- und Quartier-strassen. Selbst der öffentliche Verkehr wurde in Mitleidenschaft gezogen. Kurz: In der Region Basel kollabierte das gesamte Verkehrssystem.

Am Tag danach wurden jene Stimmen laut, die immer laut werden, wenn sich die Blechlawine staut oder Züge, Bus und Trams ausfallen. Und sie fordern immer dasselbe: einen Kapazitätsausbau. Ist dieser realisiert, wird er über kurz oder lang vom Wachstum überrollt und das Spiel beginnt von vorne. So war es immer und so sollte es nicht bleiben. Dafür muss man nicht den Verweis auf die Endlichkeit von Ressourcen und Land bemühen. Die sich immer mehr beschleunigende Mobilitätsgesellschaft fährt sich selbst davon. Enden wird sie im Kreisverkehr – mit oder ohne Stau.

Da die Mobilität ein wesentlicher Eckpfeiler der wirtschaftlichen Prosperität ist und niemand ernsthaft den daraus resultierenden Wohlstand gefährden will, sind erst einmal andere Massnahmen gefragt. Intelligente Verkehrsleitsysteme, gestaffelte Arbeitszeiten, bewusstes, transportverminderndes Konsumverhalten und bezahlbarer, attraktiver Wohnraum nahe der Arbeitsplätze.

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