Kommentar

Nein zum Margarethenstich: Wenn die Profiteure nicht wollen

Erst gerade überarbeitet, schon reif für den Mistkübel: die Visualisierung des Margarethenstichs.

Erst gerade überarbeitet, schon reif für den Mistkübel: die Visualisierung des Margarethenstichs.

Damit hätte nun niemand gerechnet. Der Margarethenstich hatte selbst im Leimental keinen Stich. Dabei wäre die S-Bahn-lose Grossregion mit ihren 60 000 Einwohnerinnen und Einwohnern die Begünstigte gewesen. Fünf Minuten schneller am Bahnhof. Weiter ohne Umsteigen ins Kleinbasel. Neue Möglichkeiten zur Vernetzung des Öffentlichen Verkehrs in und um die Stadt. Schlappe 7,3 Millionen Franken hätte die Neuführung der Tramlinie 17 die Baselbieter Steuerzahler gekostet. Basel-Stadt und der Bund hätten mitbezahlt.

Allein, die Leimentalerinnen und Leimentaler wollten das Geschenk nicht annehmen. Offenbar genügt ihnen das heutige Angebot. Ihr Nein hat zusammen mit der Ablehnung durch fast alle stadtnahen Gemeinden Signalwirkung weit über das Projekt Margarethenstich hinaus. Alle weiteren Ausbaupläne für den Tram- und Busverkehr in der wachsenden Agglomeration Basel werden es noch schwerer haben. In Bern werden die Schatullen nicht so schnell wieder geöffnet werden, wenn das Baselbiet anklopft. Auch im Nachbarkanton, der gestern wieder einmal desavouiert wurde, dürfte die Skepsis gegenüber der Verlässlichkeit des Landkantons weiter wachsen.

Es wäre nun ein Leichtes, den Befürwortern die Schuld am Debakel zu geben. Sie waren zwar weder sonderlich präsent, noch gelang es ihnen, die Vorlage in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Dass sich BLT-Direktor Andreas Büttiker wenige Tage vor der Abstimmung in einem Akt der Verzweiflung selbst ins Getümmel warf, dürfte eher kontraproduktiv gewesen sein. Es kann als ungehörig empfunden werden, wenn ein Nutzniesser Werbung in eigener Sache macht. Stattdessen hätte sich Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro zeigen sollen. Doch in gut basellandschaftlicher Tradition hat sie es mehr mit dem Strassenbau.

Trotzdem: Nicht die kantonale Politik hat den Margaretenstich versenkt. Die Leimentalerinnen und Leimentaler haben das ganz alleine geschafft.

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