Welche Gründe haben zum Rückzug des Kantons Baselland als Ankermieter des geplanten Büro-Hochhauses am Liestaler Bahnhof geführt? Wir werden es nicht erfahren – die Regierung und die SBB haben Stillschweigen zum Inhalt der Verhandlungen vereinbart. Verfahrenstechnisch ist wohl alles korrekt abgelaufen. Doch taktisch klug war das Vorgehen der Regierung nicht.

Weshalb hat sie es nicht auf eine Landratsvorlage zur Einmietung ankommen lassen? Dann hätten die Parlamentarier die Fakten zu Kosten und Rahmenbedingungen auf dem Tisch gehabt – und sich über das Für und Wider die Köpfe einschlagen können. 

Offensichtlich hat die Regierung angesichts kritischer Stimmen zum Bahnhofs-Deal kalte Füsse gekriegt. Doch weshalb?

Auf den Gang durch die politischen Instanzen wegen des Zeitverlusts zu verzichten, wäre jedenfalls kein gutes Argument. Seit der Unterzeichnung des «Letter of Intent» zur Bahnhofplanung durch die zuständige Baudirektorin Sabine Pegoraro sind auch so drei Jahre verstrichen. Hier und heute liegt ein Nullentscheid auf dem Tisch, der für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar ist.

Die Regierung ist im Dossier «Konzentration der Kantonsverwaltung» nicht weiter als im Februar 2009, als sie einen Grundsatzentscheid für einen neuen Verwaltungsneubau getroffen hat. 

Die Baselbieter Regierung mit der zuständigen Baudirektorin gibt einmal mehr eine schlechte Figur ab. Das Problem dieses und anderer Nicht-Entscheide: Sie kosten viel Geld, weil in der verloren gegangenen Zeit durch nicht beschlossene Projekte keine Erträge erwirtschaftet werden – Ökonomen sprechen hier von Opportunitätskosten.

Der Mangel an Führungskompetenzen in der Baselbieter Regierung kostet den Kanton und damit den Steuerzahler Millionen. Angesichts der unbequemen Finanzlage, in der sich der Kanton derzeit befindet, ist das nicht zu verantworten.