Jetzt ist es offiziell: Der südbadische Fussball-Bundesligist SC Freiburg darf mit dem Bau seines neuen Stadions anfangen. Letzte Woche erteilte das Freiburger Regierungspräsidium die Baugenehmigung. Samt Erschliessung soll der Neubau 131 Millionen Euro kosten, das Stadion selbst 76 Millionen Euro. Der Umzug ist für den Sommer 2020 geplant.

Jetzt heisst es durchhalten, um bis dann nicht wieder abzusteigen, was dem SC Freiburg seit der ersten Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga 1993 schon viermal passiert ist.

Derzeit läuft es gut. Nach elf Spieltagen liegt der SC mit 13 Punkten auf dem 11. Platz. Ein sensationelles 1:1 Unentschieden beim Dauer-Meister Bayern München und ein 3:1 Sieg gegen den Tabellenzweiten und die Überraschungsmannschaft der Bundesliga Borussia Mönchengladbach sorgten bei den Fans für Begeisterung. Der folgte allerdings auf dem Fuss die Ernüchterung. Das letzte Heimspiel ging gegen Mainz 1:3 verloren.

Dennoch scheint die Mannschaft die Substanz zu haben, sich in der ersten deutschen Liga zu halten und in knapp zwei Jahren als Bundesligist in der neuen Arena zu starten. Weil das neue Stadion 10 000 Plätze mehr hat als das jetzige, steigt auch für Basler Fans die Chance, für Spitzenspiele wie gegen Bayern oder Dortmund Tickets zu ergattern. Gerade mal eine gute halbe Stunde dauert die ICE-Fahrt nach Freiburg.

Auch die Anbindung mit dem öV wird verbessert. So wird die Tramhaltestelle mit einem Doppel-Perron ergänzt, damit gleichzeitig drei Trams halten können. Dass Freiburg als Ökohauptstadt Deutschlands gilt, macht sich auch sonst bemerkbar. So soll das Stadion laut «Badische Zeitung» so gut wie klimaneutral werden. Der Rasen wird mit der Abwärme eines benachbarten Industrieunternehmens beheizt und Solarmodule auf dem Dach sind selbstverständlich.

Gebaut wird es beim kleinen Freiburger Flugplatz. 2015 sprachen sich bei einem Bürgerentscheid 58 Prozent für den Standort aus. Wenig begeistert sind die Anwohner. Sie sorgen sich unter anderem wegen des Stadionlärms.

In der Baugenehmigung wird deshalb explizit festgelegt, «dass Lärmspitzen wie sie nach Torerfolgen auftreten» nach 22 Uhr 65 db (A) nicht überschreiten dürfen. Die Schweizer Anwohner des Euro-Airports wären ob dieser Werte glücklich. Allein in Allschwil gab es 2017 über 1000 Flug-Lärmereignisse über 70 db(A). Torjubel war nicht darunter.