Kommentar

Offenes Basel? Der Druck wächst – am Rheinbord ebenso wie in der Dreirosen

Die Dreirosenanlage ist ein Hotspot der städtischen Bevölkerungsentwicklung – ebenso das Rheinufer.

Eskalationen zwischen Dealern auf der Dreirosenanlage, Belästigungen, Littering und Lärm am Rheinbord: Das sind Symptome eines Problems. Die Stadt hat Mühe, die schieren Menschenmengen, die den öffentlichen Raum beanspruchen, zu bewältigen.

In der Dreirosenanlage knallt es zwischen Spielplatz und Reck. Da geht Kleindealer auf Kleindealer los, die Stimmung ist zuweilen aufgeheizt, gleichzeitig aber erfreut sich der Platz zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder: Nah am Rhein, gemütlich angelegt und für so ziemlich alle attraktiv, die sich auf dem grünen Flecken aufhalten wollen. Egal ob Hipster, Chiller, Sportler oder Dealer. Das ist urban, gehört zu einer Stadt, aber eben: Dieser Konflikt löst sich nicht von alleine. Auf der Dreirosenanlage nicht und am Rheinbord auch nicht. Littering, Lärm, Belästigungen und, ja, Gewalt sind ein Teil davon.

Bislang ist der Kanton solche Problemzonen gerne mit Runden Tischen angegangen. Das sind Meetings, in denen sich eine Vielzahl betroffener Gremien, Amtsstellen und Private austauschen und Massnahmen ableiten, die niederschwellig umsetzbar sind. Das ist richtig, nur: Diese Praxis stösst an ihre Grenzen. Egal, ob in einer beliebten Freizeitanlage oder am Rheinbord, gefragt sind griffige Massnahmen, klare Ansprechpartner, schnelle Entscheide. Denn es werden nicht weniger Menschen, die den Raum nutzen werden, erst recht nicht, wenn Basel den Expansionskurs in Sachen Einwohnern und Verdichtung weiterverfolgt.

Das heisst nicht, dass zu rigoroser Repression geschritten werden soll. Das wäre reaktionär und damit das Eingeständnis, dass ein System nicht mehr handlungsfähig ist. Nein, es braucht eine vorausblickende Strategie des Zusammenlebens jenseits politischer Gorilla-Politik linker oder rechter Positionen. Sonst bleibt die Arbeit stets an jenen hängen, die nachher wieder aufräumen müssen.

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