Tout Bâle wartete vergangenen Monat auf Konzepte für die Zukunft. Und beerdigte solche der Vergangenheit.

Im basel-städtischen Erziehungs- und auch ein bitzeli Sportdepartement änderte Anfang April Regierungsrat Conradin Cramer das Sprichwort «Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus» kurzfristig in «Wenn der Howald ausruft, knallt es ihn hinaus» und verordnete seinem langjährigen Sportsamtleiter unter dem Motto «Goh loh» den vorzeitigen Rentenbezug. Dem verschnupften ED-Vorsteher zufolge hatte es ein angeblich schubladisiertes Konzept für die Sanierung der Basler Sportanlagen, dessen Existenz sein verschupfter Untergebener lautstark in den Blätterwald hineingerufen hatte, nicht einmal auf dem Papier gegeben.

Ähnlich wie jenes für die Nutzung der umgebauten Kaserne, nach welchem die bz Basel Mitte Monat wieder einmal beim schon nicht mehr so neuen Stadt- und Kantonsentwickler zu fragen wagte. Wie seine Chefin beim ebenfalls immer noch ausstehenden Museumskonzept aus demselben Rathaus begründete der ehemalige Liestaler Stadtpräsident die neuerliche Verzögerung mit Ein- und Überarbeitung. Wobei jedoch nicht wenige Konzept- und Kasernenexperten zur Ansicht neigen, Lukas Ott würde sich schliesslich wie alle seine Vorgänger in der Vergangenheit mit einer geringfügigen Änderung des Nidecker’schen Kaserne-Urkonzepts «Ent-Stoh-Loh» in «Ent-Ott-Loh» begnügen.

Wesentlich geschickter agierte dagegen der lachende Hans-Peter Wessels mit seinen Verkehrskonzepten. Dasjenige eines Gundeli-Tunnels vermochte der glücklich BaZ-befreite Bau- und Verkehrsdirektor zwar nur mit gutmütiger Hilfe des stockbürgerlichen Grossratspräsidenten Remo Gallacchi vor dem Denkverbotsantrag seiner rot-grünen Genossinnen und Genossen um Königin Dominique zu retten. Aber jenes einer Stadtautobahn liess er gemäss einer Recherche ebenfalls dieser Zeitung derart diskret entwickeln, dass ihm nicht einmal seine Häscher vom Aeschenplatz mit ihrem BVD-Konzept «Nüt-Entgoh-Loh» auf die Vierspur kamen.

Alles andere als konzeptionelle Trägheit legte auch die MCH (Inc.) muba Muster Group Basel (Ltd) etc. an den Tag. Seit Jahrzehnten entwickelt sie ja Konzepte, die ihr einstiges Flaggschiff Mustermesse vor dem Aus retten sollen und deren Eckpfeiler in der möglichst jährlich wechselnden Oszillation des Messedatums zwischen Dreikönigs- und Bündelitag sowie eine kontinuierliche Reduktion der Ausstellungsfläche bestehen. Welche Vision das 2018er-Leitmotiv «Inspiration.ch» der neuen Mitmach-muba 2018 beschert hat, ist bei Redaktionsschluss dieser Baselwords noch offen.

Messe- und Medienexperten empfehlen der einstigen Mutter aller Messen jedoch schon heute das Konzept der Dakota-Indianer, das auch der Eigentümer einer nicht mehr so grossen Basler Zeitung nun umgesetzt hat. Es lautet: «Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.»