Mein Leben im Dreiland

Paradoxe TGV-Preise

TGV Lyria fährt die Strecke Basel-Paris ab Dezember 2019 nur noch mit Doppelstöckern. Der Doppelstock-TGV im Bahnhof Basel SBB.

Die deutliche längere Fahrt mit dem TGV Lyria von Zürich nach Paris kann billiger sein, als wenn sie von Basel gelöst wird. Das soll laut TGV Lyria daran liegen, dass GA und Halbtax nicht vom Grenzbahnhof Basel gelten - eine abenteuerliche Begründung.

Fahrten mit dem TGV Lyria zum Pariser Bahnhof Gare de Lyon können paradoxerweise von Zürich weniger kosten als von Basel, obwohl die Strecke länger ist. Laut einem Leser ist der Standardpreis für die Retour-Fahrt ab Zürich 100 Franken günstiger als ab Basel. Er fühlt sich deshalb als Basler für dumm verkauft und fährt regelmässig nach Frankreich, um seine Tickets am Bahnhof Saint-Louis zu kaufen, wo sie merklich günstiger seien.

TGV Lyria ist eine Tochter der beiden Bahngesellschaften SBB und SNCF, an der die Franzosen mit 75 Prozent die Mehrheit halten. Ein Sprecher weist zwar darauf hin, dass ein Ticket ab Basel normalerweise aufgrund der gefahrenen Kilometer «immer günstiger als ab Zürich» sei, bestätigt aber gleichzeitig auch die Kritik des Lesers. Die Begründung mutet abenteuerlich an. Die Ausnahmen der Preisgestaltung würden sich durch Halbtax und GA Abonnements ergeben. Von den Grenzbahnhöfen wie Basel werden sie nicht anerkannt, gelten aber ab Zürich.

Die Lösung der Problematik zieht sich hin

«TGV Lyria und SBB sind sich dieser Problematik bewusst und gemeinsam daran, eine Lösung für dieses Problem zu suchen», so der Sprecher. Das scheint zu dauern, denn auf das Problem wies im Frühjahr schon «20 Minuten» hin.

Wer auf der Internetseite von TGV Lyria reservieren will, kommt zu den beiden Partnerwebsites von SBB und SNCF, wobei auf der Schweizer Seite keine Online-Käufe möglich sind. TGV Lyria verweist auf günstige Sommerpreise von 57 Franken für die Fahrt von Zürich oder Basel nach Paris, die bis zwei Wochen vor der Abfahrt buchbar seien.

Für den Fahrplanwechsel im Dezember 2019 verspricht TGV Lyria für das gesamte Netz eine komplette Überarbeitung von Angebot und Fahrplänen. Durch neue Doppelstöcker werden die Sitzplätze um 30 Prozent erhöht. Hoffentlich wird dabei auch das Preis-Paradoxon gelöst.

peter.schenk@chmedia.ch

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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