Steuern runter, fordert der Basler Gewerbeverband. Ist ja nichts Neues. Dieses Mal aber angesichts der Steuerreform 17. Kurz nachdem SP-Finanzdirektorin Eva Herzog ihren Vorschlag zur kantonalen Umsetzung der Reform vorgestellt hatte. Nur: Von Massnahmen gegen Steuerausfälle wie der Dividendenbesteuerung oder einer Erhöhung der Kinderzulagen will Direktor Gabriel Barell nichts wissen. Er erweckt stattdessen zwei schon lange nicht mehr taufrische Vorstösse aus dem Grossen Rat, mit denen die Steuerreserven des Kantons innert Kürze ans liebe Volk verteilt würden.

Das ist keine visionäre Politik. Auch keine «Steuerreform für alle», wie sie Barell just einen Tag vor seinem Neujahrsempfang vollmundig nennt: Das ist
Politmarketing für Anfänger. Der Gewerbeverband Basel-Stadt, immerhin einer der gewichtigsten Vertreter der bürgerlichen Politik dieses Kantons, zeigt sich damit nicht in der Lage, einen wirkungsvollen Gegenvorschlag zur Umsetzungsvorlage von Herzog vorzulegen.

Steuersenkungen, Parkplatzmangel, Steuersenkungen, Parkplatzmangel und – haben wir etwas vergessen? Ja: Steuersenkungen. Der Gewerbeverband täte anlässlich des Neujahrsempfangs besser daran, das gebetsmühlenartig wiederholte und letztlich dennoch wirkungslose Themenportfolio zu erweitern. So lange es dieser Verband der Basler Linken so einfach macht, seine Geschäfte zu demontieren, hat er frischen Wind deutlich nötiger als zwei alte Vorlagen, um für ein bisschen Gesprächsstoff beim Anstossen zu sorgen.