«Die Roma kommen»: So titelte die «Weltwoche» vor sechs Jahren. Sie bildete dazu einen kleinen Jungen ab, der den Lauf einer Pistole in die Kamera hält. Ist dieses Cover abstossend? Verstörend? Daneben? Ja. Aber es ist erlaubt. Ein Verfahren wegen allfälliger Rassendiskriminierung hat die Zürcher Staatsanwaltschaft längst eingestellt.

Dennoch pocht der Studierendenrat der Universität Basel darauf, die «Weltwoche» wegen derartiger Inhalte aus der Uni zu verbannen. Genau hier liegt der Schwachpunkt in der Polemik: Der Studierendenrat spielt sich mit seiner Forderung als moralische Instanz auf. Er möchte darüber entscheiden können, was gelesen wird und was nicht. Und das an einer Uni, deren Leitbild festhält: «Die Universität Basel fördert die Entwicklung von kritikfähigen und toleranten Menschen, die imstande sind, Verantwortung zu übernehmen.» In diesem Fall liegt die Verantwortung der Studierendenschaft darin, die Meinungsvielfalt auch an der Uni zu gewährleisten. Der Beschützerinstinkt ist gut gemeint – aber unangebracht. Er degradiert die Studierenden zu Personen, die nicht mit anderen Meinungen umgehen können. Das, obwohl gerade ein Studium lehren sollte, sich mit kontroversen Inhalten kritisch auseinanderzusetzen. Wer hier jemanden schützen will, traut seinen Kommilitonen und Kommilitoninnen wenig zu.

Deswegen, liebe Studierende: raus aus der Filterblase, rein in die Realität! Kämpft dort, wo es wirklich nötig ist. Die anstehenden Sparmassnahmen sollten dazu genug Gelegenheit bieten.