Am Sonntagmorgen Erbrochenes vor der Haustür zu entdecken, ist unschön. Abfallberge aus dem Garten räumen will auch niemand. Dass sich die Anwohner des Gelterkinder Ortskerns über die negativen Nebeneffekte des Cherusgälti ärgern, ist nachvollziehbar.

Mit den Forderungen, die in der Petition gestellt werden, gehen die Betroffenen jedoch zu weit. Sogar die Fasnacht mit immer mehr Verboten zu regulieren, ist ein gefährlicher Schritt. Beginnt man in der Zeit der Narrenfreiheit damit, haben andere Feste keine Chance mehr.

Das bedeutet nicht, dass die Narrenfreiheit die Respektlosigkeit gewisser Besucher schützen soll. Die Anwohner sollen am Morgen nach dem Cherus nicht die Überreste von Erbrochenem von der Fassade kratzen müssen. Eine gewisse Toleranz gegenüber dem Lärm sollte man aber einmal pro Jahr auch von den Bewohnern erwarten dürfen.

Miteinander reden und gemeinsam Lösungen suchen bringt mehr, als den Veranstaltern Verbote und Regeln aufzudrücken, die diese zum Aufgeben zwingen. Mehr Respekt ist aber sowohl von den Partygängern als auch von den Anwohnern nötig. Sonst gibt es bald kein Fest mehr, über das sich die Leute streiten können.