Auf der Passerelle könnte man ja noch damit leben. In der Bahnhofshalle auch, aber bei den Gleisen hört der Spass auf. Das Rauchverbot am Basler Bahnhof, das die SBB ab 1. Februar testweise auf dem ganzen Areal umsetzen, ist in dieser Form eine reine Schikane. Sogar die Deutsche Bahn, die Bahnhofsrauchverbote schon seit langer Zeit erlassen hat, gewährt ihren Kunden mindestens eine Ecke auf den Perrons, wo sie noch der Sucht frönen können. Am Bahnhof Basel ist selbst das in weniger als einem Monat Geschichte.

Natürlich, Rauchverbote entsprechen dem Zeitgeist. Der Volksgesundheit sind sie sicher auch zuträglich, obwohl an Bahnhöfen noch ausreichend anderer Feinstaub in der Luft liegt. Aber eine Umsetzung in dieser Radikalität ist eine Einschränkung der persönlichen Freiheit, die dem grössten Schweizer Personentransportunternehmen äusserst schlecht ansteht. Besonders ironisch ist die Tatsache, dass widerspenstige Raucher noch nicht einmal gebüsst werden können: Die Möglichkeit der Bestrafung wird in der kommenden Testphase überhaupt erst einmal geprüft. Womit das Rauchverbot derzeit wohl eher eine Empfehlung ist, die auf sozialer Kontrolle und Ermahnungen des Sicherheitsdienstes an den Bahnhöfen fusst.

Dass die SBB gewillt sind, ein nationales Rauchverbot an Bahnhöfen durchzusetzen, ist klar. Darauf ist die Testphase auch ausgelegt. Die Frage ist nur, wie weit sie es in der schweizweiten Umsetzung treiben wollen. Die Variante des vollumfänglich rauchfreien Basler Bahnhofs darf in dieser Radikalität jedenfalls nicht die Lösung sein.