100 Tage. Ein Rauhaardackel bringt es in dieser Zeitspanne fertig, sich von der Befruchtung an zu entwickeln, geboren zu werden und sogar schon erste Rangkämpfe vorzunehmen. Napoleon brauchte die gleiche Anzahl von Tagen, um aus Elba zurückzukehren, die Macht in Frankreich wieder an sich zu reissen und in Waterloo dann sein Schicksal endgültig zu besiegeln.

Magistraten wie die Basler Regierungsräte hingegen brauchen diese Zeit, um ihr Departement zu begreifen. Sich einzuarbeiten, die Strukturen und Menschen kennenzulernen. 

Sie berufen sich damit auf einen der Grösseren ihrer Zunft: Franklin. D. Roosevelt. Er erbat sich von Journalisten eine Schonfrist von 100 Tagen, um an seinen Sozial- und Wirtschaftsreformen zu feilen, welche die Weltwirtschaftskrise 1933 lösen sollten. Es ist anerkannt, dass die Serie von Programmen unter dem Namen «New Deal» die US-Politik nachhaltig veränderte. 

Wenn nun also die nicht mehr ganz so neue Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) die gleiche Gnadenfrist erbittet und auf keinerlei Fragen der Journalisten Antwort gibt, so ist nur ein Schluss zulässig: Die Lösung zur ausstehenden Museumsstrategie oder die Alternative zu den Bundessubventionen für Basler Museen wird die Weltpolitik in ihren Grundfesten erschüttern. Nur soll niemand in diesem Zusammenhang von Welpenschutz reden – Hunde sind wesentlich pragmatischer.