New Yorks Bahnhof, die Penn-Station, ist gesperrt. Von New Jersey aus kann man für einige Monate nicht mehr direkt in den «Big Apple» fahren. Warum mich das kümmert? Nach meinem Sommergastspiel in Basel werde ich wieder dort arbeiten. Vor meinem Arbeitsweg graut es mir jetzt schon. Erzähle ich Basler Freunden von meinem Frust, kann ich aber kein Mitleid erwarten.

Nicht etwa, weil sie mein Jammern nicht verstehen. Baslern muss man einfach nicht mit fremden Problemen kommen, denn wenn jemand weiss, was leiden heisst, dann sind sie es. Schliesslich ist es hier ganz genauso schlimm mit den dauernden Baustellen. Die Sperrung der Mittleren Brücke zum Beispiel hat mindestens ein so katastrophales Ausmass wie die Baustelle, die täglich 600'000 New Yorker Pendler betrifft.

Seit ich in den USA lebe, fällt mir auf, wie schwer es die Basler haben. Erwähnt man die fehlende staatliche Krankenversorgung der Amerikaner, wissen Basler genau, wie das ist. Ihre Prämien sind nämlich exorbitant hoch. Und die Absurditäten der Trump-Administration schockieren in Basel längst niemanden mehr: «Unsere Politiker lügen ja auch wie gedruckt!»

Kürzlich habe ich in den Ferien eine Baslerin gehört, die lautstark ihren Bekannten, weltfremden Kleinstädtern wahrscheinlich, erklärt hat, wie es in Basel zu- und hergeht. «Ich lebe im Gellert-Quartier», meinte sie, «dort ist alles voll von Asylanten.» Es folgten Schauermärchen wie aus der tiefsten Bronx. Kriminalität und ein korrupter Staat: Basel ist ein hartes Pflaster. Im Motzen ist es eine Metropole.