Die Anwohner der Webergasse müssen sich durch Prostituierte und Freier kämpfen, wenn sie die Haustür aufschliessen wollen.

Klar, die Webergasse war schon immer Rotlichtmilieu und jeder, der dort wohnt, weiss das. Doch seit die Stadt die Zone, in der das Anschaffen erlaubt ist, markiert hat, stehen sich die Frauen und Freier auf den Füssen herum. Was früher auf ein ganzes Quartier verteilt war, findet nur noch an Weber- und Ochsengasse statt.

Die Regierung wertet diese Entwicklung als positiv, da die Anwohner der umliegenden Strassen nicht mehr gestört werden wie früher. Kann es aber die Lösung sein, jetzt einfach nur noch ein paar Anwohner zu quälen? Weil diese schon immer wussten, dass da Prostituierte stehen dürfen? Nein, das kann es nicht!

Das Kleinbasler Quartier ist auch sonst im Wandel. Milieubarone bauen Bordelle zu Wohnungen um, machen aus Kontaktbars Hipster-Restaurants und erfreuen damit die Regierung, die seit dem Fahrverbot Begegnungszonen will.

Je mehr diese Entwicklung fortschreitet, desto enger wird der Platz für die Prostituierten. Und das, obwohl mit drei Toleranzstrassen eigentlich genug Raum vorhanden wäre. Bloss steht keine Frau freiwillig ins dunkle und unbelebte Teichgässlein, wo es keine Bars und Freier gibt.

Das muss sich ändern! Der legale Strich muss sich wieder mehr verteilen. Die Regierung soll Mut beweisen und das elende Gässlein zur Rotlichtzone aufwerten. Es gibt genug Fachgruppen, die Lösungen erarbeiten könnten. Es klingt halt nicht so gut wie «Begegnungszone», ist letztlich aber dasselbe.