Es sieht schlecht aus für den Dreiland-Fussball. Der FCB wird für einmal nicht Meister und dem SC Freiburg wie auch Racing Strasbourg droht der erneute Abstieg aus den jeweiligen ersten Fussball-Ligen. Die Ausgangslage ist denkbar ungemütlich. Die Freiburger müssen am Samstag unbedingt zu Hause gegen Augsburg unentschieden spielen.

Sieben Niederlagen hat es in den letzten elf Spielen gesetzt. Darunter waren etliche gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, leider auch zu Hause. Zum Glück konnte sich der SC im letzten Heimspiel Ende April gegen den 1. FC Köln durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 3:2 durchsetzen. Zum letzten Auswärtsspiel waren 3500 SC-Fans nach Mönchengladbach gereist. Die 1:3 Niederlage konnten sie nicht verhindern.

Derzeit liegt der SC auf Platz 15, drei Punkte vor dem VFL Wolfsburg, der zu Hause gegen die schon abgestiegenen Kölner antritt. Gewinnt Wolfsburg und verliert Freiburg an diesem letzten Spieltag, müssen die Freiburger in die Barrage. Der Gegner kommt mit Holstein Kiel, dem Dritten der 2. Bundesliga, aus dem hohen Norden. Die Barrage besteht aus Hin- und Rückspiel. Reicht es dem SC nicht, wäre das der fünfte Abstieg in der Clubgeschichte.

Herausragende Fan-Kultur hat nicht geholfen

Wie Freiburg stützt sich auch Racing Strassburg auf eine herausragende Fan-Kultur. Die legendäre Heimstärke aus der Ligue 2 hat der Club aber nicht in die erste Liga retten können. Seit zwölf Spielen hat er nicht mehr gewonnen. Zum Glück gab es immerhin fünf Unentschieden. Die haben allerdings nicht verhindert, dass die Strassburger sich nach der 1:2 Niederlage in Rennes vom letzten Wochenende auf Platz 17 einen Punkt vor dem Barrage-Platz wiederfinden. Zwei Spieltage gibt es noch in der Ligue 1 und wenn es schlecht läuft, kann Racing auch noch direkt absteigen.

Das ist nicht auszuschliessen, vor allem, weil der nächste Gegner Lyon in der Ligue 1 auf dem zweiten Platz liegt. Die Meinau, das Strassburger Stadion, ist für das Match ausverkauft. Der Mittelfeldspieler Dimitri Lienhard dürfte seinen Mitspielern aus der Seele sprechen, wenn er sagt: «Das Einzige, was uns jetzt retten kann, sind unsere Fans.»

SC wie Racing schlagen sich beide mit einem zu geringen Budget herum. Die finanziellen Probleme könnten mit dem Bau eines grösseren Stadions in Freiburg und einer Vergrösserung der Meinau reduziert werden. Aber dafür dürfen die Clubs nicht absteigen. Für den SC Freiburg bleibt nur zu hoffen, dass der wichtige Mittelstürmer Nils Petersen vor dem entscheidenden Spiel nicht zu frustriert ist. Er hatte sich vor den Wahlen für den grünen Freiburger Oberbürgermeister Salomon ausgesprochen, der aber hat deutlich verloren.

peter.schenk@bzbasel.ch